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Roncalli kehrt zurück in die Mitte Aachens

Von: Claudia Schweda
Letzte Aktualisierung:
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Zum 40. Jubiläum zurück in Aachen: Roncalli gastiert im April wieder auf dem Blücherplatz. Am Ostermontag lädt der Zirkus von 10 bis 12 Uhr zu einem Tag der offenen Tür ein. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Seit vier Jahrzehnten entführt der Circus Roncalli seine Zuschauer in eine ganz besondere Welt der Poesie. Zum Jubiläum nimmt der Gründer Bernhard Paul sein Publikum auf einer zwei Jahre währenden Tournee mit auf eine „Reise zum Regenbogen“. Rund 450.000 Zuschauer haben das Jubiläumsprogramm im vorigen Jahr bereits gesehen.

Jetzt macht Roncalli wie schon so oft in diesen vier Jahrzehnten in Aachen Station – und kehrt zum Jubiläum zu seinen räumlichen Ursprüngen zurück: Dem Blücherplatz in der Nähe des Europaplatzes.

2011 war Roncalli in Aachen erstmals dorthin ausquartiert worden, wo alle anderen großen Zirkusse auch stehen – auf den Bendplatz. 2015 stand der Zirkus wieder dort. Aber: „Wir waren so unzufrieden mit diesem Platz“, sagte Bernhard Paul am Freitag und machte bei der Pressekonferenz vor dem Gastspiel in Aachen aus seinem Herzen keine Mördergrube. „Der übliche Kirmesplatz ist nicht der Ort, wo wir uns wohlfühlen.“

Schließlich schlage Roncalli in Wien sein Zelt auf dem Rathausplatz auf, in Köln auf dem Neumarkt; mitten in der Stadt, eingebunden in das Leben der Leute dort. „Der Zirkus“, sagt Paul, „soll zu den Menschen kommen, nicht der Mensch zum Zirkus.“ Das sei die ursprüngliche Idee.

Roncalli, das betonte Geschäftsführer Sascha Freudrich, will mit seinem ganzen Auftritt zurück zu seinen Wurzeln. Das Ergebnis sei, dass Städte aus dem Tourneeplan gestrichen worden seien, die eben nichts außer dem üblichen Kirmesplatz zu bieten hätten. Die Rückkehr zum Blücherplatz in Aachen fühlt sich für Bernhard Paul jedenfalls an, „als wenn man heimkehrt“.

Und Aachens Oberbürgermeister Marcel Philipp (CDU) hält den Platz inmitten eines inzwischen kreativen Umfeldes mit Ludwig Forum oder Digital Hub in der Elisabethkirche auch wieder für „genau richtig so“. Der Kompromiss besteht darin, dass auf dem Blücherplatz nicht wie gewohnt das gesamte Artistendorf Platz findet.

Zum Programm wollte Bernhard Paul am Freitag gar nicht viel sagen. Nur soviel: Man sei durch die ganze Welt gereist, um verborgene Talente ausfindig zu machen und nun ein komplett neues Programm bieten zu können. Herausgekommen sei die spezielle Roncalli-Mischung aus Überraschendem, Bewährtem und neuen artistischen Hochleistungen.

Künstler aus 22 Nationen, viele davon preisgekrönt, zeigen ihr Können am Trapez, am Seil, beim Jonglieren oder bei Kraftakten, bei denen die Menschen offenbar wie von Luft getragen wirken. Wer Glück hat, erlebt Paul selbst. Er trete im Jubiläumsprogramm als Überraschungsgast auf. Jeden Abend könne er wegen der vielen anderen Verpflichtungen aber nicht dabei sein. Gleich fünf Clowns zeigen, wie wichtig bei Roncalli die Spaßmacher in der Manege sind.

Dieses Mal stehen die Vertreter der verschiedenen Genres – der klassische Clown, der Comedian, der Weißclown, der charmante Geschichtenerzähler und der Mime – für gemeinsame Auftritte vor dem Publikum. Alles zusammen ergebe eine visuelle Oper, sagte Paul. „Aber die zu erzählen, ist schwierig“, und ergänzte mit seinem Wiener Zungenschlag: „Schaut's euch doch einfach an.“

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