Rocker-Clubs: Niederländischer Minister spricht sich für Verbot aus

Von: red
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Mehr Polizisten gegen kriminelle Rocker-Clubs? Eine konkrete Zusage gab der niederländische Justizminister am Montag in Maastricht nicht. Symbolfoto: dpa

Aachen/Maastricht. Der niederländische Justizminister Ard van der Steur hat sich am Montag in Maastricht für ein Verbot krimineller Rocker-Clubs ausgesprochen. Notfalls müssten dazu Gesetze geändert werden, sagte van der Steur dem Sender L1.

 Der Minister hatte sich zuvor mit Behördenvertretern und Bürgermeistern aus Limburg getroffen. In der Provinz war es in den vergangenen Wochen mehrfach zu Konflikten zwischen rivalisierenden Banden gekommen.

Es sei schon jetzt möglich, kriminelle Vereinigungen zu verbieten, sagte Van der Steur. „Doch wenn das nicht gelingt, dann schauen wir, ob ein Gesetzesbeschluss möglich ist.“ Maastrichts Bürgermeister Onno Hoes sagte der Zeitung „De Limburger“, zum ersten Mal eine solche Aussage des Ministers gehört zu haben.

2009 hattes es bereits einen Antrag gegeben, die Hells Angels zu verbieten. Das Vorhaben scheiterte seinerzeit, wie L1 berichtet. Nach Auffassung des zuständigen Gerichts waren einzelne kriminelle Mitglieder kein Grund für das Verbot einer ganzen Gruppe.

Minister van der Steur äußerte sich am Montag außerdem zur Personalstärke der Polizei. Das berichtet die Nachrichtenagentur ANP. Er werde schnell weitere Polizisten nach Limburg entsenden, wenn dies für die Bekämpfung der Rocker-Kriminalität notwendig sei. Zusagen für die dauerhafte Vergrößerung der Polizei, wie sie regionale Politiker fordern, machte van der Steur jedoch nicht.

Hintergrund der Diskussionen sind mehrere beunruhigende Vorfälle im niederländischen Grenzgebiet. Anfang Mai hatten sich in einem Café in Sittard Mitglieder der Rockerbanden Bandidos und Red Devils geprügelt. Die Red Devils sind ein einflussreicher Supporter-Club der Hells Angels, die seit Jahrzehnten mit den Bandidos verfeindet sind und auch in Deutschland zum Teil brutale Revierkämpfe austragen.

Der Sittarder Bürgermeister rief daraufhin den Ausnahmezustand aus – erst nur für das Gebiet um das Café, seit vergangenem Wochenende und bis Ende Mai für die gesamte Gemeinde Sittard-Geleen.

In Kerkrade hatte der Bürgermeister Mitte Mai eine Gaststätte der Hells Angels schließen lassen. Nach Drohungen gegen ihn lebt er unter Polizeischutz. Ob es einen Zusammenhang zur Schließung des Lokals gibt, steht offiziellen Informationen zufolge nicht fest.

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