Rheinland-Pfalz lässt Nürburgring privat managen

Von: dpa
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Nürburg. Das Land Rheinland-Pfalz gibt das Management für sein angeschlagenes Prestige-Objekt Nürburgring an eine private Gruppe ab. „Die Geschäfte am Nürburgring werden grundlegend neu geordnet”, kündigte Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) am Mittwoch in Mainz an.

Die Gesamtverantwortung übernehme Jörg Lindner, der an der traditionsreichen Rennstrecke in der Eifel bereits ein großes Hotel betreibt.

Der mehr als 300 Millionen Euro teure neue Freizeitpark am Nürburgring wurde im Sommer eröffnet und soll unter anderem die schnellste Achterbahn der Welt bieten. Im Sommer platzte die geplante Privatfinanzierung. Becks Regierung wurde verdächtigt, sie sei auf Betrüger hereingefallen. Finanzminister Ingolf Deubel (SPD) trat zurück. Die Staatsanwaltschaft Koblenz begann zu ermitteln. Die Landesregierung betonte jedoch, sie habe zuvor keine konkreten Hinweise auf kriminelle Machenschaften gehabt.

Im Zuge der Umstrukturierung werde auch die Finanzierung des Freizeitzentrums am Nürburgring neu geordnet und von der Investitions- und Strukturbank (ISB) Rheinland-Pfalz übernommen, teilte Beck mit. Die größtenteils landeseigene Nürburgring GmbH ziehe sich aus dem operativen Geschäft zurück und fungiere künftig zusammen mit der Mediinvest-Tochter MSR GmbH als reine Besitzgesellschaft.

Inzwischen beschäftigt die Affäre um die geplante Privatfinanzierung die Staatsanwaltschaft Koblenz und einen Untersuchungsausschuss des Landtags in Mainz. Bei der Suche nach Beweisen gegen die Regierung griffen mindestens zwei CDU-Politiker unzulässigerweise auf Erkenntnisse der Polizeidatenbank POLIS zurück. Einer folgte der Empfehlung des CDU-Fraktionsvorstands und schied aus dem Landtag aus, der andere meldete sich krank.

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