Rheinisches Revier bewirbt sich um die Regionale

Von: Claudia Schweda
Letzte Aktualisierung:
13622494.jpg
Neuer Geschäftsführer der Innovationsregion Rheinisches Revier an zehn Stunden in der Woche: Heinz Weifels, Projektleiter bei NRW.Urban. Foto: Schmitter

Düsseldorf/Jülich. Die Bewerbung aus unserer Region um eine der beiden Regionalen für 2022 oder 2025 liegt seit Freitag bei der Landesregierung NRW in Düsseldorf. Die Innovationsregion Rheinisches Revier GmbH (IRR), die die Bewerbung abgegeben hat, sieht in den mit einer Regionale verbundenen Fördermitteln in Millionenhöhe eine Chance, den Strukturwandel für die Zeit nach der Braunkohle zu begleiten und voranzutreiben.

Gänzlich uneigennützig dürfte die IRR mit der Bewerbung nicht handeln. Die Förderung der IRR läuft bislang Ende 2018 aus. Als Regionale-Agentur hätte die IRR eine neue Aufgabe und würde angesichts der zu verteilenden Millionen zu einem schwergewichtigen Partner in der Region werden.

Bislang gibt es in der Region wohl nicht viele, die die IRR für zwingend notwendig halten. Sie agiert vor allem als Netzwerker, bringt Akteure aus der Region zusammen, um über die Nach-Braunkohle-Ära nachzudenken oder hilft bei Projektanträgen. Das sind Aufgaben, die auch andere für sich reklamieren. Wirtschaftsförderer etwa oder überregionale Einheiten wie die Indeland GmbH, ein Planungsverband der Garzweiler-Anrainerkommunen, die Aachener Gesellschaft für Innovation und Technologietransfer (Agit) oder der Zweckverband Region Aachen.

Geld, um selbst Projekte zu finanzieren, hat die IRR GmbH bislang nicht. Sie finanziert die acht Mitarbeiter in der Geschäftsstelle in Jülich nach eigenen Angaben über einen geringen jährlichen Mitgliedsbeitrag der Gesellschafter aus sechs Kreisen, sechs Handwerks- und Industrieverbänden der Region, IGBCE und dem Zweckverband Region Aachen von insgesamt knapp 150.000 Euro, einen noch geringeren Zuschuss von RWE (75.000 Euro), vor allem aber durch Landes- und EU-Fördermittel von 600.000 Euro pro Jahr.

Dass aber offenbar selbst bei der rot-grünen Landesregierung, die die IRR in den Koalitionsvertrag aufgenommen hat, die Bereitschaft sinkt, der IRR eine starke Zukunft zuzusichern, zeigt die Ausgestaltung des Vertrags für den gerade berufenen Geschäftsführer Heinz Weifels: Er ist auf zunächst ein Jahr befristet, und er ist – im Gegensatz zu seinem Vorgänger – nicht für vier Tage, sondern nur noch für zehn Stunden pro Woche von seiner Tätigkeit als Projektleiter der Landesgesellschaft NRW.Urban freigestellt. Erhält die Region den Zuschlag für die Regionale, hätte die IRR GmbH plötzlich die Chance, auf eine immense Summe an Fördergeldern zurückzugreifen. Regionale-Projekte werden vorrangig bei der Mittelvergabe berücksichtigt. Die Euregionale 2008 hatte am Ende zu Investitionen von 132 Millionen Euro in unserer Region geführt.

In die am Freitag abgegebene Bewerbung sind vor allem Ergebnisse aus einem Ideenwettbewerb eingeflossen, den die IRR angestoßen hatte. Die Bewerbung konzentriere sich auf Projekte, die Arbeitsplätze sichern oder neue schaffen, hieß es. Obwohl ein Regionale-Prozess erst mit dem Zuschlag beginnt, enthält die Bewerbung durchaus konkrete und ambitionierte Ziele wie etwa die Schaffung des ersten „virtuellen Regionalkraftwerkes“ in Europa, das regenerative Energiequellen vor Ort lokal steuert.

Neun Regionen bewerben sich um die zwei Regionalen. Weifels rechnet mit einem „harten Wettbewerb“. Doch die Chancen für das Rheinische Revier stehen nicht schlecht. NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin (SPD) sagte vor einer Woche bei einer IRR-Konferenz in Bergheim: „Wir wollen diese Region nicht allein ihrem Schicksal überlassen.“ Die Entscheidung soll noch vor der Landtagswahl im Frühjahr fallen.

Detailinfos unter www.rheinisches-revier.de.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert