Rheinische Karnevalisten streiten um Wulff-Wagen

Von: Jean-Charles Fays
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Köln. Nach der Düsseldorfer Kritik am Wagen des „Etappenhasen Christian Wulff” erwägt der Leiter des Kölner Rosenmontagszugs, Christoph Kuckelkorn, Veränderungen: „Wenn sich herausstellt, dass die Medien nicht gehetzt, sondern als vierte Staatsgewalt aufgeklärt haben sollten, dann werden wir den Wagen noch ändern”, sagte Kuckelkorn am Montag.

„Zurzeit ist das Bild noch sehr diffus. Ist es die Presse oder ist es das Volk, das den Bundespräsidenten zum Rücktritt drängt.”

Der Düsseldorfer Chef-Wagenbauer Jacques Tilly, der den am Mittwoch vergangener Woche vorgestellten Entwurf des Kölner Karnevalswagens kritisiert hatte, könne den Kölner Karnevalswagen als Düsseldorfer gar nicht verstehen. Das Motiv spiele auf den Film „Der Etappenhase” des verstorbenen Schauspielers Willy Millowitsch an, in dem es um einen falschen Hasen gehe. Außerdem gehe es dabei um Wulffs Taktik, Fakten nur scheibchenweise ans Licht zu bringen.

Die Kritik des Wagenbaumeisters Tilly sei außerdem Teil eines Spiels. „Die Düsseldorfer bekommen so wenig Aufmerksamkeit, dass sie sich jetzt so zu Wort melden müssen”, sagte Kuckelkorn. Der 47-Jährige nehme seinem Freund Tilly aber nicht übel, dass er der Nachrichtenagentur dapd am Wochenende gesagt hatte: „Wieso nehmen die einen Hasen, wenn sie doch eigentlich das von einer Medienmeute gejagte Unschuldslamm Wulff meinen?”

Zu Tillys Spott, dass es in Köln immer „Friede, Freude, Eierkuchen” heiße, sagte Kuckelkorn, dass es in der Domstadt in der Tat problematisch sei, Karnevalsgesellschaften zu finden, die Wagen zu politisch heiklen Themen bauen. Der Düsseldorfer Karneval sei teilweise auch verletzend. Das sei nicht die Kölner Art. „Wenn die Düsseldorfer ihre Entwürfe wie wir schon vorher veröffentlichen würden, dann hätten sie auch schneller eine Klage am Hals”, sagte Kuckelkorn.
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