Rentnerpaar in Düsseldorf offenbar ermordet

Von: dpa
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Düsseldorf. Ein hochbetagtes Rentnerpaar ist in Düsseldorf anscheinend Opfer eines Doppelmordes geworden. Sollte sich der Mordverdacht bestätigen, wäre es der zweite Doppelmord in Düsseldorf innerhalb weniger Wochen.

Die Leichen der 91-jährigen Frau und ihres 86-jährigen Partners seien am vergangenen Samstag in deren gemeinsamer Wohnung entdeckt worden, berichteten Polizei und Staatsanwaltschaft am Donnerstag.

Nachbarn hatten Verwesungsgeruch in dem Acht-Parteien-Haus bemerkt. Als Polizei und Feuerwehr am Samstag die nur zugezogene Wohnungstür mit einem Draht öffneten, entdeckten sie die Leichen bekleidet im Bett liegend. Zunächst gingen die Ermittler von Selbstmord aus. Bei der Obduktion entdeckten Rechtsmediziner aber an beiden Leichen schwere Verletzungen des Brustkorbs, verursacht durch massiven Druck. Außerdem fehlen in der Wohnung des Paares Gegenstände, die die Polizei aus ermittlungstaktischen Gründen nicht nennen will.

Vom Täter systematisch durchsucht worden sei die Wohnung allerdings nicht. Zuletzt waren die Rentner vor sechs Wochen bei einem Arztbesuch lebend gesehen worden. Beide waren gehbehindert und lebten sehr zurückgezogen. Möglicherweise sei ihr Tod bereits vor Wochen eingetreten.

Es seien zwar keine Spuren entdeckt worden, die einem etwaigen Mörder zugerechnet werden könnten, „es muss aber eine dritte Person an dem Geschehen beteiligt gewesen sein”, sagte der Leiter der Mordkommission, Wolfgang Siegmund. Die schmächtige 91-Jährige habe sich zuletzt mit einem Rollator in der Wohngegend fortbewegt. Ihr fünf Jahre jüngerer Lebensgefährte habe die Wohnung nach einem Oberschenkelhalsbruch vermutlich schon länger nicht mehr verlassen. Beide seien mit 1,58 Meter Körpergröße recht klein gewesen.

Die Ermittler sehen sich vor besondere Schwierigkeiten gestellt: Das letzte Foto der Opfer ist zwei Jahrzehnte alt, ein soziales Umfeld praktisch nicht vorhanden, auch die familiären Kontakte seien äußerst spärlich. Johanna Hoppe (91) und Nikolaos Hatzikostas (86) lebten in ärmlichen Verhältnissen, ihre Wohnung war aber penibel aufgeräumt.

Wegen der fortgeschrittenen Verwesung der Leichen ist noch unklar, ob die Brustverletzungen auch die Todesursache sind. Die toxikologischen Analysen dauern noch an. In der Wohnung befanden sich wegen der angeschlagenen Gesundheit des Paares reichlich Medikamente.

Erst im Juni waren in Düsseldorf ein 82-jähriger Rentner und dessen 39-jährige Tochter Opfer eines Doppelmordes geworden. Obwohl der Fall bis heute nicht aufgeklärt ist, sehen die Ermittler keinen Zusammenhang: Bei der Tat im Juni hatten zwei flüchtige Killer die Opfer mit Kopfschüssen aus einer Schalldämpfer-Pistole umgebracht. Ihre Stimmen sind auf einem Polizei-Tonband aufgezeichnet, weil die 39-Jährige vor ihrer Erschießung noch mit ihrem Handy den Notruf wählte, ohne etwas sagen zu können.

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