Reise ins Fremde: Orientausstellung in Düsseldorf

Von: dpa
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Die Ausstellung „Begegnung mit dem Fremden” im Goethe-Museum in Düsseldorf möchte veranschaulichen, in welchem Umfang damals durch Auseinandersetzung mit einer fremden, nah-und fernöstlichen Kultur eine Bereicherung der eigenen stattgefunden hat. Foto: dpa

Düsseldorf. Reise in eine fremde Welt: Eine Ausstellung im Düsseldorfer Goethe-Museum zeigt die frühe Auseinandersetzung mit Kunst und Kultur im Orient.

Unter dem Titel „Begegnung mit dem Fremden - frühe Orientbilder im 17. bis 19. Jahrhundert” werden vom kommenden Sonntag an bis zum 15. November Sammlungen von historischen Landkarten, Reisebeschreibungen und Goethe-Handschriften zur Schau gestellt. Darunter sind auch moderne Bilder des rheinischen Malers Heinz Mack (78).

Thematisch ist die Ausstellung in drei Teile unterteilt. Teil Eins mit dem Titel „Begegnungen” widmet sich den ersten Reisen in die Region. Schwerpunkt sind hier vor allem die Expeditionen des schleswig-holsteinischen Schriftstellers Adam Olearius nach Russland und Persien von 1633 bis 1639.

Der deutsche Gesandte sollte zunächst im Auftrag von Herzog Friedrich III die Länder erkunden. Fasziniert von der Kultur und den Menschen des Orients, schrieb Olearius Jahre später einen Reisebericht, der lange Zeit noch als Standardlektüre für Reisende nach Russland und Persien galt.

Im zweiten Teil der Ausstellung „Inspirationen” geht es vor allem um Goethes Interesse am unbekannten Orient. Goethes Original- Handschriften des Lyrikbandes „West-Östlicher Diwan” belegen das. Die Gedichte des deutschen Schriftstellers stellen eine Art Dialog mit Hafez, dem persischen Dichter des 14. Jahrhunderts dar.

Der dritte Teil „Mode” präsentiert Alltagsgegenstände aus früherer Zeit, die von orientalischen Motiven geprägt waren. Darin wird deutlich, dass viele orientalische Symbole in der Kunst missverstanden wurden. Beliebte Motive wie der Granatapfel und der Pfirsich wurden in der europäischen Welt als „Zwiebel” interpretiert und sind so zum legendären „Zwiebelmuster” auf Porzellan geworden. Aber auch Backformen zeigen, wie das frühere Bild über die orientalischen Menschen war: Eine zeigt einen „Türken mit Säbel”.

Die Wanderausstellung wird später auch in den Städten Stendal, Gottorf und Halle gezeigt. Sie wird vom Bonner Arbeitskreis selbstständiger Kulturinstitute präsentiert und vom Bundesbeauftragten für Kultur und Medien gefördert.

Öffnungszeiten: Dienstags bis Freitags und Sonntags 11.00 Uhr bis 17.00 Uhr, Samstags 13.00 Uhr bis 17 Uhr

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