Regionalexpress 1 ist Schlusslicht in Sachen Pünktlichkeit

Von: Christoph Pauli Und Claus Haffert
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Mit einer Pünktlichkeitsquote von 84 Prozent sind die RE-Linien 2016 so zuverlässig gewesen wie zuletzt 2012. Symbolfoto: obs/Deutsche Bahn AG

Aachen. Die gute Nachricht: Die Nahverkehrszüge sind in NRW im vergangenen Jahr insgesamt pünktlicher gefahren. Die Einschränkung: Auf einzelnen Regionalexpress-Linien (RE), die auch unsere Region betreffen, gibt es unverändert erhebliche Verspätungen – so steht es im neuen Qualitätsbericht für den Schienen-Nahverkehr.

Mit einer Pünktlichkeitsquote von 84 Prozent seien die RE-Linien 2016 laut Bericht so zuverlässig gewesen wie zuletzt 2012. Im Jahr 2015 hatte diese Quote nur 79,2 Prozent betragen. Pünktlich im Sinne der Bahn-Definition ist eine Abweichung von weniger als vier Minuten zur angestrebten Ankunftszeit.

Schlusslichter in Sachen Pünktlichkeit sind die stark genutzten Linien RE1 (Aachen-Köln-Düsseldorf-Dortmund-Hamm) und RE5 (Koblenz-Wesel). Beim RE1 betrug die Pünktlichkeitsquote für die Gesamtlinie 73,1 Prozent. An einzelnen Bahnhöfen lag sie aber noch deutlich darunter. So war in Essen nur noch gut jeder zweite Zug dieser Linie in Richtung Paderborn pünktlich. Je weiter der Zug sich aus der Region in Richtung Osten bewegt, desto unpünktlicher wird er. In die Gegenrichtung wird ein ähnlicher Trend beobachtet. Bis Essen sind die Züge noch zuverlässig unterwegs, dann werden die Probleme von Bahnhof zu Bahnhof bis zur Station Düren immer größer: Hier landete nur noch gut jeder zweite Zug (57 Prozent) im Zielkorridor.

Die Qualität hat sich auch auf der Pendelstrecke RE9 (Aachen-Düren-Köln-Siegen) im Gegensatz zum Landestrend nicht verbessert. Die größten Probleme werden laut Bericht im Abschnitt zwischen Köln und Siegen ausgemacht, während auf der Strecke zwischen Aachen und Düren der Fahrplan weitgehend eingehalten werde. Gründe für die Verspätungen sind dem Bericht zufolge etwa außerplanmäßige Überholungen durch Züge des Fernverkehrs und häufige Türstörungen.

Gravierender Personalmangel

Als „das drängendste Problem 2016“ wird Personalmangel bei den Konkurrenten der Deutschen Bahn ausgemacht. Bei Unternehmen wie der NordWestbahn, der Eurobahn, National Express oder auch der Rurtalbahn hätten hohe Krankenstände, Personalengpässe in den Ferien und eine unzureichende Kapazitätsreserve dazu geführt, „dass Fahrten ungeplant teilweise über einen längeren Zeitraum ausgefallen sind“. Die Gewerkschaft der Lokführer bestätigt diesen Trend. Bundesweit müssten 1000 weitere Stellen besetzt werden, sagt Sprecherin Gerda Seibert. Der Beruf verliere aber wegen des Schichtdienstes und der schlechten Perspektive deutlich an Attraktivität.

Zudem würden in NRW inzwischen Bereitschaftsdienste wegfallen – auch das wirke sich im Schienen-Alltag aus. Dirk Pohlmann, Sprecher der Bahn in NRW, spricht von einem „Mangelberuf“. „Wir haben noch den Vorteil, dass wir ein großer Arbeitgeber sind, der einen sicheren Arbeitsplatz gewähren kann.“ Verstärkt werbe man in Schulen um den Nachwuchs.

In dem Bericht wird auch der Zustand der Bahnhöfe und Haltepunkte bewertet. Bei 80 der 770 Stationen wird das Erscheinungsbild als „nicht mehr akzeptabel“ eingestuft, weitere 228 als „noch akzeptabel“. Bewertet wurden dabei die Sauberkeit von Bahnsteigen und Zugängen oder nicht entfernte Graffiti. Die Zufriedenheit der Schienenkunden wurde ebenfalls abgefragt.

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