Rechtsstreit um Immendorff-Bild geht weiter

Von: dpa
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Düsseldorf. Ein Rechtsstreit um ein möglicherweise gefälschtes Bild des 2007 gestorbenen Malers Jörg Immendorff zieht sich weiter in die Länge.

Ein Vergleichsvorschlag des Düsseldorfer Landgerichts wurde am Mittwoch sowohl von Immendorffs Witwe Oda Jaune als auch vom Besitzer des Bildes abgelehnt. Das Gericht hatte angesichts der ungeklärten Herkunft vorgeschlagen, Oda Jaune solle dem Besitzer den Preis zahlen, den ein solch umstrittenes Werk auf dem Markt erzielen würde.

Immendorffs Witwe hatte beantragt, das Werk als Fälschung vernichten zu lassen. Der Besitzer, der es versteigern lassen will, beteuert dagegen, dass das Ölgemälde echt ist, und hat ein handschriftliches Zertifikat Immendorffs (1945-2007) vorgelegt. Der Rechtsstreit dauert bereits länger als drei Jahre. Das Gericht hat bisher keinen unabhängigen Gutachter für die Prüfung des umstrittenen Gemäldes finden können.

Im Zentrum des Streits steht das Bild „Ready-made de Lhistoire dans Café de Flore”. Der Eigentümer legte das handschriftliche Zertifikat Immendorffs („Die Echtheit meines Werkes bestätige ich.”) und eidesstattliche Versicherungen vor, denen zufolge der Maler das Bild in seinem Atelier 1999 für 30 000 Mark verkauft habe. Das war die Zeit, in der Immendorff kostspielige Sex- und Drogenorgien feierte und finanziell klamm gewesen sein soll.

Immendorffs Witwe hält das Echtheits-Zertifikat ebenso für eine Fälschung wie das Bild. Sie behauptet, solche Zertifikate habe ihr Mann erst ab 2002 ausgestellt. Das Original des Gemäldes sei zudem deutlich größer.

Das Landgericht erwägt nun trotz erheblicher Bedenken, Professor Siegfried Gohr zu beauftragen. Gohr erstellt im Auftrag von Immendorffs Nachlassverwalter Michael Werner ein Werkverzeichnis. „Es bestehen erhebliche Zweifel an seiner Neutralität und Unvoreingenommenheit”, betonte die Richterin. Dennoch soll Gohr zunächst einmal vor Gericht angehört werden. „Bislang hat sich kein Gutachter gefunden, der die Werke Immendorffs gut genug kennt und nicht in irgendeiner Weise befangen ist”, sagte sie.

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