Karlsruhe/Aachen - Rechte Terrorgruppe zerschlagen: Mann aus Düren verhaftet

Rechte Terrorgruppe zerschlagen: Mann aus Düren verhaftet

Von: mik/dpa
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Razzia
Bei Razzien in Bayern und anderen Bundesländern hat die Bundesanwaltschaft am Mittwoch vier mutmaßliche Rechtsextremisten festnehmen lassen. Foto: Karl-Josef Hildenbrand /dpa

Karlsruhe/Aachen. Mit Razzien in mehreren Bundesländern haben Spezialeinheiten der Polizei eine mutmaßliche rechtsextreme Terrorgruppe mit dem Namen „Oldschool Society“ zerschlagen. Die Bundesanwaltschaft ließ am Mittwoch vier Verdächtige festnehmen.

Darunter ist nach Informationen unserer Zeitung auch ein Dürener, der bis zu seinem Umzug nach Leipzig sowohl in der NPD als auch in der mittlerweile verbotenen „Kameradschaft Aachener Land“ (KAL) aktiv war. Markus W. soll neben dem verhafteten Olaf O. aus Bochum einer der Rädelsführer der Gruppe gewesen sein.

W. war beispielsweise im „Ordnerdienst“ des NPD-Kreisverbandes Düren aktiv und fungierte ab 2005 sporadisch auch als Ordner bei NPD-Infoständen oder braunen Aufmärschen wie jenem in Stolberg.

Bei der Gründungsfeier des NPD-Kreisverbandes Düren im Januar 2007 war er einer der Security-Mitarbeiter der NPD. Für die Partei fungierte er bei den Kommunalwahlen 2009 zudem in Düren-Stadt und im Kreis Düren als Direktkandidat in zwei Wahlbezirken, auch war er bei diesen Wahlen Kandidat auf den Reservelisten der NPD in Düren-Stadt und im Kreis Düren.

Im Kommunalwahlkampf 2009 nahm er auch an einer Wahlkampfveranstaltung in der Dürener Fußgängerzone teil, bei der der damalige Parteichef Udo Voigt und der NRW-Ladeschef der NPD, Claus Cremer, Reden hielten. In jener Zeit war der heute 39-Jährige auch KAL-Mitglied.

Ende 2007, Anfang 2008 verbüßte er – so gab W. einmal als Zeuge vor Gericht  zu – eine Haftstrafe. Zeitweise bewohnte er die Dachgeschosswohnung über einer von der NPD stark frequentierten Gaststätte in der Nähe des Dürener Bahnhofs. Aus den Fenstern dieser Wohnung filmten und fotografierten Neonazis mehrfach Gegendemonstranten und veröffentlichten später Fotos von diesen im Internet.

Seine Familie betrieb seinerzeit die NPD-Gaststätte, als sie jedoch um 2010 nach Sachsen umzog und dort als Gastronomen einen Neuanfang wagen wollten, verließ auch W. die Region Aachen.

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