Reaktor Tihange 1: Atomaufsicht untersagt Wiederhochfahren

Von: heck
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Das Atomkraftwerk Tihange bei Lüttich. Foto: Oliver Berg/dpa

Lüttich. Tihange 1 bleibt weiterhin abgeschaltet. Die belgische Atomaufsicht FANC hat dem Betreiberkonzern des Kraftwerks Engie-Electrabel das Wiederanfahren des Meilers untersagt. Der älteste der drei Reaktoren in der Anlage bei Lüttich, rund 60 Kilometer Luftlinie von Aachen entfernt, sollte planmäßig Ende dieser Woche wieder ans Netz gehen.

Doch die mittlerweile fünfmonatige Auszeit des Reaktors wird sich wohl um mindestens einen weiteren Monat verzögern. Das von Electrabel Ende Januar eingereichte Sicherheitsdossier genügte nicht, teilte der Betreiber nach einem Treffen mit den Verantwortlichen der FANC (Bundesagentur für Nuklearkontrolle) mit.

Der Reaktor war am 7. September vergangenen Jahres abgeschaltet worden, nachdem sich in einem Pumpengebäude im nichtnuklearen Teil der Anlage nach Bauarbeiten der Boden gehoben hatte. Damals hatten Bauarbeiten mit Zement stattgefunden. Electrabel war daraufhin angewiesen worden, die Stabilität der Anlage sowohl im Normalbetrieb als auch im Falle eines Erdbebens nachzuweisen.

Das ist bislang offenbar noch nicht in ausreichendem Maße gelungen. Die Aufsichtsbehörde hat nun angeordnet, dass der Betreiberkonzern Engie-Electrabel die Anlage zunächst weiteren Tests unterzieht. Die Stabilität des Gebäudes W, wo sich die Bodenplatte gehoben hatte, sei nicht sichergestellt, urteilte der belgische Innenminister Jan Jambon laut der belgischen Tageszeitung „L‘echo“. Im Falle eines Erdbebens könne das nicht absehbare Folgen haben.

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Seinerzeit war der Reaktor gerade erst seit etwa vier Wochen wieder im Betrieb gewesen. Er war Mitte August 2016 nach einer dreimonatigen Wartungspause neu gestartet worden. Ein neuer Termin für das Wiederhochfahren von Tihange 1 ist noch nicht bekannt.

Tihange 1 ist der kleinste der drei Reaktoren in dem Kraftwerk an der Maas, rund 25 Kilometer westlich von Lüttich. Er sollte ursprünglich nach einer Laufzeit von 40 Jahren im Oktober 2015 abgeschaltet werden. Im Jahr 2012 verlängerte die belgische Regierung die Laufzeit des Reaktors jedoch noch einmal um zehn Jahre, um Engpässe in der Energieversorgung zu vermeiden.

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