RE9 muss schneller fahren: Eine Lok vorne, eine hinten

Von: Claudia Schweda
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Köln/Aachen. Mit dem Fahrplanwechsel zum 12. Dezember sollten auf der Strecke des Regionalexpresses von Aachen über Köln nach Siegen (RE9) neue Zeiten beginnen.

Mit schnelleren Elektrotriebzügen und modernerer Ausstattung wie Klimaanlage, verbesserten Fahrgastinformationsanlagen und Videoüberwachungssysteme wollte der Zweckverband Nahverkehr Rheinland (NVR) seinen Kunden „einen echten Qualitätssprung” liefern, sagt Hans Joachim Sistenich, Geschäftsführer des NVR und des Aachener Verkehrsverbundes. Doch der Qualitätssprung verzögert sich. Um etwa ein Jahr. Weil der Hersteller der 15 neuen Talent-2-Elektrotriebzüge, Bombardier, nicht pünktlich liefern kann.

Sistenich nennt das „einfach ärgerlich”. Grund für die Verspätung ist nach Angaben von Bombardier der komplexe Zulassungsprozess der neuen Züge beim Eisenbahnbundesamt. „Wir arbeiten intensiv an der Zulassung und entschuldigen uns bei der DB Regio Rheinland und ihren Kunden für die Verzögerung und die damit verbundenen Unannehmlichkeiten”, sagte Klaus Baur, Vorsitzender der Bombardier-Geschäftsführung, am Montag in Köln. Die DB Regio Rheinland GmbH, eine Tochter der Deutschen Bahn, wird mit dem Fahrplanwechsel zur Betreiberin des RE9 im Auftrag der Nahverkehrs-Zweckverbände in NRW.

Der sechste Waggon

Das Problem: Die um einige Minuten verkürzte Fahrzeit und die engere Taktung durch schnellere Triebzüge sind in den neuen Fahrplan bereits eingebaut. Doch mit den alten Triebzügen ist dieser Zeitplan nicht zu schaffen. Also gibt es ein Ersatzkonzept, das am Montag in Köln vorgestellt wurde.

Kern des Konzeptes ist eine Sandwich-Technik für jeden RE9: Die Waggons werden nicht nur von einer Lok gezogen, sondern zusätzlich wird eine Lok angehängt, die den Zug von hinten schiebt. So soll genug Schub entstehen, um die um fünf Minuten verkürzte Fahrzeit auf der Strecke einzuhalten und den Zeitpuffer von weiteren fünf Minuten zu schaffen. „So wollen wir einen stabilen Fahrplan und eine gute Pünktlichkeit erreichen”, sagt Udo Kampschulte, DB-Sprecher.

Zusätzliche Sitzplätze in den Spitzenzeiten sollen auf der Linie des RE9 durch einen angehängten sechsten Waggon geschaffen werden. Die dafür notwendigen neuen acht Doppelstockwagen konnte Bombardier pünktlich liefern. Sie gehen wie geplant zum Fahrplanwechsel auf die Strecke.

Die Regionalexpress-Linie 9 ist eine der bedeutendsten Nahverkehrsverbindungen im südlichen NRW. Jährlich nutzen rund 7,3 Millionen Kunden die Verbindung. Damit gehört der RE9 zu den fünf stärksten Linien in NRW. Er verbindet im Stundentakt die Großstädte Aachen, Köln und Siegen.
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