Razzia bei Rockern: Polizei findet Raketenwerfer und Drogen

Von: red/dpa
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In einer großen Polizeiaktion durchsuchten die Beamten mehrere Wohnungen von Bandidosmitgliedern im Raum Limburg, Belgien und Deutschland. Foto: Jungmann
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Neben Waffen wurden auch Motorräder von der Polizei beschlagnahmt. Foto: Jungmann
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Bei der Aktion wurden auch mehrere Motorräder von Bandidosmitgliedern beschlagnahmt. Foto: Jungmann

Maastricht. Die niederländische Polizei hat bei einem internationalen Großeinsatz gegen Rockerbanden 20 Verdächtige festgenommen und ein Waffenarsenal beschlagnahmt. Die meisten Festgenommenen seien Mitglieder der Bandidos, darunter auch der Präsident des Motorrad-Clubs in der südniederländischen Provinz Limburg, teilte die Polizei am Mittwoch in Maastricht mit.

Fünf Raketenwerfer, mehrere automatische Waffen, viele Kilos Munition und Drogen wurden sichergestellt. Der Bürgermeister von Maastricht, Onno Hoes, sprach von einem „erschreckenden Fund”.

Den Festgenommenen werde internationaler Drogen- und Waffenhandel, schwere Körperverletzung, Geldwäsche und Erpressung zur Last gelegt, sagte Oberstaatsanwalt Roger Bos. „Wir hoffen, dass wir den Verdacht der kriminellen Vereinigung beweisen können.” Das ist die Voraussetzung für ein mögliches Verbot der Bandidos. Die Ermittlungen laufen seit über einem Jahr.

Am frühen Morgen waren insgesamt 400 Beamte in 35 Wohnungen und 40 Garagen vor allem in Limburg eingefallen. Auch in Belgien und im Selfkant wurden Häuser durchsucht. Dort wurde den Angaben zufolge niemand festgenommen.

Die Polizei entdeckte auch ein Labor zur Herstellung synthetischer Drogen und eine große Menge von Chemikalien. Außerdem wurden nach Angaben der Polizei Falschgeld und vier gestohlene Luxus-Limousinen sichergestellt.

Erst am Montag war der niederländische Justizminister Ard van der Steur in Limburg, um sich ein Bild über die Rockerkriminalität zu machen. In Maastricht sprach er sich für ein Verbot krimineller Rocker-Clubs aus. Notfalls müssten dazu Gesetze geändert werden, sagte van der Steur.

Vorausgegangen waren Forderungen mehrerer Bürgermeister nach verstärkter Polizeipräsenz und einem härterem Durchgreifen gegen Rockerbanden.

Hintergrund der Diskussionen sind mehrere beunruhigende Vorfälle im niederländischen Grenzgebiet. Anfang Mai hatten sich in einem Café in Sittard Mitglieder der Rockerbanden Bandidos und Red Devils geprügelt. Die Red Devils sind ein einflussreicher Supporter-Club der Hells Angels, die seit Jahrzehnten mit den Bandidos verfeindet sind und auch in Deutschland zum Teil brutale Revierkämpfe austragen.

Der Sittarder Bürgermeister rief daraufhin den Ausnahmezustand aus – erst nur für das Gebiet um das Café, seit vergangenem Wochenende und bis Ende Mai für die gesamte Gemeinde Sittard-Geleen.

In Kerkrade hatte der Bürgermeister Mitte Mai eine Gaststätte der Hells Angels schließen lassen. Nach Drohungen gegen ihn lebt er unter Polizeischutz. Ob es einen Zusammenhang zur Schließung des Lokals gibt, steht offiziellen Informationen zufolge nicht fest.

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