Roetgen/Handeloh - Rausch der Heilpraktiker: Haus in Roetgen durchsucht

Rausch der Heilpraktiker: Haus in Roetgen durchsucht

Von: dpa/cs
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Notfalleinsatz in Handeloh
Nach einer Massenvergiftung in einem Tagungszentrum in Handeloh mit vielen Verletzten hatte die Polizei die Strafverfahren gegen die Beteiligten eingeleitet. Foto: Christian Butt/dpa

Roetgen/Handeloh. Nach dem gefährlichen Massenrausch bei einem Heilpraktikertreffen in Handeloh im Kreis Harburg konzen­trieren sich die Ermittlungen auf ein Paar aus Roetgen, das das Treffen organisiert hatte, und zwei Helfer aus dem Kreis Harburg.

Gegen die übrigen 25 Teilnehmer seien die Verfahren eingestellt worden, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft Stade am Dienstag mit. Die Wohnungen der vier Verdächtigen seien durchsucht worden. Auch in dem Haus in Roetgen, in dem der Mann und die Frau lebten, sei Beweismaterial sichergestellt worden. Ob einer der Verdächtigen vorbestraft ist, ist der Staatsanwaltschaft Stade noch nicht bekannt.

In zwei bei der Tagung sichergestellten Kapseln sei die verbotene Psychodroge 2C-E nachgewiesen worden. Die Teilnehmer hätten die Droge nur zum sofortigen Konsum entgegengenommen, was nicht strafbar sei. Ermittelt wird nun noch gegen das Paar und seine Helfer wegen eines möglichen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz und den Verdacht der gefährlichen Körperverletzung.

Die Teilnehmer des Seminars waren Anfang September mit Wahnvorstellungen, Krämpfen, Luftnot und Herzrasen in Krankenhäuser eingeliefert worden. Mehr als 160 Rettungskräfte waren im Einsatz.

Der Roetgener soll ein enger Vertrauter des Schweizer Therapeuten Samuel Widmer sein. Widmers „Kirschblütengemeinschaft“ wird von der Evangelischen Kirche als „problematisch“ eingestuft, Kritiker nennen sie eine Sekte. Mehrere Zeitungen hatten über einen möglichen Zusammenhang mit der von Widmer ebenfalls praktizierten Psycholyse berichtet, bei der mit Hilfe von Drogen eine Art Bewusstseinserweiterung erreicht werden soll. Eine Sprecherin der Kirschblütengemeinschaft war kurzfristig am Dienstag nicht erreichbar.

„Zu einem möglichen Sektenhintergrund und Verbindungen zu einem Schweizer Guru möchten wir uns nicht äußern“, sagte Oberstaatsanwalt Kai Thomas Breas in Stade. „Das ist nicht Gegenstand der Ermittlungen.“

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