Raub von Karnevalskostümen vor Gericht

Von: dpa
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Bonn. Als „Kuh” und „Eisbär” waren zwei Schüler an Weiberfastnacht unterwegs: Nachts auf dem Heimweg von der Party wurden sie überfallen, die beiden Räuber forderten die Kostüme.

Seit Mittwoch müssen sich die beiden mutmaßlichen Täter aus Sankt Augustin und Troisdorf (21 und 22 Jahre) nun wegen schwerer räuberischer Erpressung und Freiheitsberaubung vor dem Bonner Landgericht verantworten. Laut Anklage sollen sie die beiden kostümierten Opfer am Siegburger Bahnhof mit einem Klappmesser bedroht und aufgefordert haben, mitzugehen.

Zunächst schien es den Tätern um die Abzocke der Handys und um Geld zu gehen. Am Ende jedoch forderten sie die beiden Karnevalisten auf, die Tierkostüme herzugeben. Als die beiden 19-jährigen Schüler sich wegen der Kälte weigerten, organisierten die Angeklagten noch Hosen und Pullover. Erst als „Eisbär” und „Kuh” sich ausgezogen hatten, durften die Opfer ziehen. Anschließend informierten sie die Polizei.

Am ersten Prozesstag bestritten die Angeklagten, dass sie mit Gewalt vorgegangen seien: Sie hätten den beiden die Kostüme durchaus abgeschwatzt. Aber nur leihweise, die Jungen sollten sich „Eisbär” und „Kuh” später wieder abholen. Die beiden Schüler sollen am 11.11. - pünktlich zum Sessionsauftakt - im Bonner Prozess als Zeugen gehört werden. Falls sich der Vorwurf des schweren Raubes bestätige sollte, müssen die beiden Angeklagten mit mindestens fünf Jahren Haft rechnen.

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