Rätselhafter Tod im Hotel

Von: Markus Peters, ddp
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<b>Düsseldorf. </B>Auch fast zwei Monate nach dem rätselhaften Tod einer 47 Jahre alten Maklerin in einem Düsseldorfer Hotel wartet die Mordkommission weiter auf den Durchbruch bei ihren Ermittlungen. „An diesem Fall ist vieles mysteriös”, sagt ein Sprecher der Staatsanwaltschaft.

Das Verbrechen stellt die ermittelnden Kriminalbeamten vor ungewöhnliche Schwierigkeiten. So stand zeitweise nicht einmal fest, ob es sich überhaupt um ein Tötungsdelikt handelt.

Die in München lebende Frau hatte sich am 30. Dezember in Düsseldorf ein Hotelzimmer genommen, um ihre hier lebenden Eltern zu besuchen. Als die Immobilienkauffrau am 4. Januar nicht zu einem verabredeten Treffen kam, ging ihr 84-jähriger Vater in das Hotel, wo er seine Tochter tot in ihrem Zimmer fand.

Zunächst hatte für die Polizei alles auf einen Unglücksfall oder einen Unfall hingedeutet. Aufgrund der Verletzungen erhärtete sich bei der ersten Obduktion dann aber der Verdacht eines gewaltsamen Todes.

Aus der Tatsache, dass es weder Kampfspuren in dem Zimmer noch Aufbruchsmerkmale an der Tür gab, schloss die Polizei zunächst, dass Opfer und Täter sich kannten. Akribisch wurden die Hotelmitarbeiter und die Gäste befragt. Entscheidende Hinweise gab es aber nicht.

Auch Recherchen im Münchner Bekanntenkreis der gebürtigen Düsseldorferin hatten der Polizei keine Anhaltspunkte für ein Tatmotiv geliefert. Medienberichten zufolge hatte die attraktive blonde Frau im Frühjahr ihre Lebensgefährten heiraten wollen.

Als die Ermittlungen im Umfeld des Opfers und die DNA-Untersuchungen keine Erkenntnisse brachten, kehrte die Mordkommission zunächst wieder zu ihrer Unfall-Theorie zurück. Erst ein zusätzlich in Auftrag gegebenes rechtsmedizinisches Gutachten brachte im Februar dann eine erneute Wende: Demnach steht fest, dass sich das Opfer die tödlichen Halsverletzungen nicht bei einem zufälligen Sturz zugezogen haben konnte. Alles deute auf ein Tötungsdelikt.

Das bedeutet, dass die Mordkommission mit ihren Ermittlungen ganz von vorn beginnen muss. Dabei stellt schon der mutmaßliche Tatort die Ermittler vor Rätsel: Die Tür zu dem Zimmer im fünften Stock des Hotels war unversehrt und durch eine Code-Karte gesichert. Also muss das Opfer dem Täter entweder selbst geöffnet oder jemand sich eine identische Code-Karte beschafft haben. Anhaltspunkte dafür gibt es aber bislang nicht.

Die Frage, wie ein Täter das Hotelzimmer betreten haben könnte, dürfte von entscheidender Bedeutung für den Fall sein, hieß es aus Ermittlerkreisen. Auch fehlt den Ermittlern weiter ein Motiv für die Tat. Opfer eines Sexualdelikts ist die Frau jedenfalls nicht geworden.

Bei Besuchen in ihrer Geburtsstadt war die Geschäftsfrau stets in demselben Hotel abgestiegen. Bei einem ihrer früheren Aufenthalte soll sie von einem Mann berichtet haben, den sie auf ihrem Hotelbalkon entdeckt habe. Diese Angaben wollte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft nicht bestätigen. Die Justizbehörde räumte ein, dass es in dem Fall kaum neue Ermittlungsansätze gebe. Ein kurzfristiger Erfolg zeichne sich nicht ab.
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