Geilenkirchen - Rätselhafte Zerstörung von Tannenbäumen greift um sich

Rätselhafte Zerstörung von Tannenbäumen greift um sich

Von: pa
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Andrea Diederen ist fassungslos, als sie die Zerstörung in ihrer Schonung sieht. Manche Tannen wurden regelrecht enthauptet. Foto: D. Fischer

Geilenkirchen. „O Tannenbaum.“ Die Freude am Weihnachtslied ist Andrea und Andreas Diederen aus Geilenkirchen-Beeck gerade vergangen. Das liegt daran, dass sie eine besondere Beziehung zu den Tannenbäumen haben. Sie züchten, hegen und dann nach etwa acht Jahren verkaufen sie die Nadelhölzer.

Vor ein paar Tagen haben die Diederens feststellen müssen, dass nachts Vandalen auf ihr umzäuntes Grundstück gelangt waren. Etwa 100 Tannenbäume waren betroffen, manchmal war die Spitze gekappt, bei anderen waren die Äste abgeschnitten. Die meisten Bäume sollten in ein paar Tagen verkauft und geschmückt werden. Viele der hochgewachsenen Tannen waren für Kirchen vorgesehen. Der Holzhändler wird auf dem Schaden sitzen bleiben, eine Versicherung wäre viel zu kostspielig.

Die Familie Diederen hat den Fall öffentlich gemacht, die Polizei hat um sachdienliche Hinweise gebeten, aber bislang, so sagt es der Sprecher der Heinsberger Kreispolizeibehörde, Karl-Heinz Frenken, habe man keine Erkenntnisse gewinnen können. Es ist wie die Suche nach der Tannennadel im Heuhaufen. Bislang ist es ein Einzelfall, sagt Frenken. Andreas Diederen kann über das Motiv nur spekulieren. War es ein Fall von sinnloser Zerstörungswut oder wollte ihm ein anderer Anbieter schaden? Er weiß es nicht.

Martin Rometsch, Geschäftsführer beim Bundesverband der Weihnachtsbaumerzeuger, hat bundesweit schon von mehreren Fällen gehört, in denen Tannenbäume zerstört wurden. In Baden-Württemberg, direkt vor der Haustür des Dachverbandes, sind 700 Bäume einer kompletten Kultur vernichtet worden. Die unbekannten Täter müssen stundenlang gesägt haben, denn die etwa achtjährigen Nordmanntannen standen kurz vor der Ernte.

In Bad Münstereifel wurden in der Nacht zu Allerheiligen etwa 700 Bäume auf einer Plantage vernichtet. Der Züchter musste sie auf eigene Kosten entsorgen. Er äußerte öffentlich den Verdacht, dass es sich um den Anschlag eines Mitbewerbers handeln könnte. Der Konkurrenzdruck in der Branche werde zunehmend härter.

Bernd Franken aus Jülich-Welz ist ebenfalls genervt, er hat bereits ein fünfstellige Summe nach eigenen Angaben verloren. Schon im letzten Jahr wurden etwa 200 Tannenbäume vernichtet, gerade hat er entdecken müssen, dass wieder 170 erntereife Bäume zerstört wurden. Der Landwirt sagt, dass die Probleme begannen, seitdem er vor einem Jahr weiteres Ackerland gepachtet hat. Die Polizei tappt auch hier im Dunklen. Franken hat 1000 Euro Belohnung ausgesetzt in der Hoffnung, „dass mal jemand hinter dem Ofen hervorgekrochen kommt“.

Er plant, seine Tannenbaumschonung im nächsten Jahr per Video zu überwachen.

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