Radeln für die Forschung: Radtour nach Genua soll Leben retten

Von: Sabine Rother
Letzte Aktualisierung:
12724602.jpg
Mit dem Rennrad Zeichen setzen: Professor Klaus Tenbrock (re.), Pädiatrischer Rheumatologe an der Uniklinik Aachen, und der Biologe Michael Hagelstein werden mit nach Genua fahren. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Ärzte des Uniklinikums Aachen treten kräftig in die Pedale und radeln rund 1400 Kilometer für mehr Forschung, bessere Diagnostik und die richtige Therapie bei einer Erkrankung, die Kinder und Jugendliche betrifft, häufig unerkannt bleibt und zu lebensgefährlichen Schädigungen führt.

Die „Juvenile idiopathische Arthritis“ (JIA) beschäftigt Professor Klaus Tenbrock (48), Experte für Pädiatrische Rheumatologie an der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin in der Uniklinik Aachen, seit vielen Jahren.

Seinen dringenden Wunsch, mehr Bewusstsein für eine Erkrankung zu schaffen, bei der sich Forschung und pharmazeutische Industrie passiv verhalten, hat der Rennrad-Sportler mit einem internationalen Event verbunden: „Sport, intensive Bewegung ist ein wichtiger Bestandteil der Therapie, wenn diesen Kindern geholfen werden soll“, betont Tenbrock. „Da lag unsere Initiative als Benefiz-Radtour sehr nah.“

Das speziell im Kindes- und Jugendalter auftretende Rheuma ist tückisch und zerstörerisch durch seine anhaltenden Entzündungsprozesse. „Ein dickes Knie beim Kind wird gar nicht ernst genommen“, weiß Tenbrock. „Dabei kann es auf diese Krankheit hindeuten.“ Trifft die genetische Veranlagung dann irgendwann auf eine Infektion, kann das JIA auslösen. Tenbrock: „Kinder werden in ihrer Entwicklung stark behindert, verlieren eventuell Gliedmaßen und können auch daran sterben.“

Unter dem Motto „ucanride4a“ – You can ride for arthritis“ – also: „Du kannst für Arthritis fahren“ hat der Kinderarzt in Deutschland, den Niederlanden, der Schweiz und Italien Mitstreiter und Mit-Radler gefunden. Pro gefahrenem Kilometer sollen 100 Euro in die Spendenkasse fließen, mit der man Forschungen finanzieren wird. „150.000 Euro sind das Ziel, 25.000 Euro wurden bereits zugesagt“, sagt Tenbrock. Die gesammelten Gelder werden dem Understanding Childhood Arthritis Network (UCAN) helfen, die Erkrankung zu erforschen.

Das Ziel der Tour ist Genua, wo vom 28. September bis 1. Oktober der Europäische Kongress zur Pädiatrischen Rheumatologie stattfindet – Klaus Tenbrock hat seinen dunklen Anzug im Gepäck, denn der Mediziner gehört zu den Referenten. Von Aachen aus begleitet ihn unter anderem Michael Hagelstein (54). Der Biologe und ehemalige Mitarbeiter des Klinikums trainiert die Hochschulgruppe Rennradfahren und gehört zu Tenbrocks langjährigen Freunden. „Durch ihn bin ich zum Rad gekommen“, erzählt Tenbrock.

In acht Etappen geht es Richtung Genua. Dabei ist ein wichtiger Partner Mitinitiator Bas Vastert, Arzt im größten Kinderrheumatologischen Zentrum der Niederlande in Utrecht. „Unsere Homepage ist mit der niederländischen Seite verbunden, über die man online spenden kann“, erläutert Tenbrock, der mit rund zehn Teilnehmern aus Aachen antritt.

Start ist am 18. September. Die Tourstationen: Utrecht-Aachen, Aachen-St. Augustin-Koblenz, Koblenz-Heidelberg, Heidelberg-Freiburg, Freiburg-Zürich, Zürich-Andermatt-St. Gotthard-Airolo, Airolo-Mailand, Mailand-Genua. An jedem Ort der Tour gibt es pädiatrisch-rheumatologische Zentren. „Wir werden dort über diese gefährliche Erkrankung informieren, aktiv Spenden sammeln und mit den Medien sprechen“, beschreibt Tenbrock den Ablauf. „Wir hoffen auf große Resonanz.“

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert