Rachel siegt mit 22.000 Stimmen Vorsprung

Von: Jörg Abels und Christoph Lammertz
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Die alte und neue Nummer Eins im Kreis Düren: Thomas Rachel (CDU) verteidigte sein Direktmandat und ließ sich gestern Abend im Dürener Kreishaus im Kreis seiner Familie feiern. Foto: Abels

Kreis Düren. Thomas Rachel strahlte übers ganze Gesicht, herzte Ehefrau, Tochter und Mutter und ließ sich von der versammelten CDU-Spitze und seinen Wahlkampfhelfern im Kreishaus hochleben.

„Das ist ein deutlicher Vertrauensbeweis und eine Anerkennung für die Arbeit, die ich in den letzten Jahren für den Wahlkreis gemacht habe, kommentierte der 47-jährige Christdemokrat gegen 19.40 Uhr die Zahlen, die sich bereits mit den ersten ausgezählten Wahlbezirken angedeutet hatten.

Mit 46,37 Prozent der Stimmen ließ Rachel seinen SPD-Herausforderer Dietmar Nietan, der immerhin 1998 und 2002 noch die Nase vorne hatte, um mehr als 22000 Stimmen hinter sich (30,83 ).

„Viele positive Impulse gesetzt”

Damit hätte Rachel selbst in seinen kühnsten Träumen nicht gerechnet, gestand er wenig später ein. „Die Menschen haben offenbar gespürt, dass ich in den letzten vier Jahren wie wild für sie geackert habe”, verwies Rachel auf die vielen positiven Impulse, die er aus seiner Arbeit als parlamentarischer Staatssekretär im Bundesforschungs- und Bildungsministerium auch im Kreis Düren setzen konnte. Eine Arbeit, die er am liebsten fortsetzen würde. „Das aber entscheidet die Kanzlerin nach den Koalitionsverhandlungen.”

Während sich bei Rachel die Anspannung an diesem Wahlabend schnell gelegt hatte, musste Dietmar Nietan seine Enttäuschung nach den ersten einlaufenden Schnellmeldungen aus den insgesamt 297 Wahlbezirken erst im Kreis seiner Genossen verdauen. Überaus frustriert, aber gefasst, betrat er schließlich den Sitzungssaal, in dem die Ergebnisse präsentiert wurden.

Seine Partei habe „eine dramatische Niederlage” einstecken müssen, sagte Nietan. Es sei nun an der Zeit, „schonungslos die Gründe für dieses Desaster zu analysieren”. An den Folgen dieser Analyse ließ der SPD-Bundestagskandidat keine Zweifel: „Wir müssen in Geschlossenheit ein neues Personaltableau an der Spitze erarbeiten, mit dem wir demonstrieren, dass wir einen personellen und inhaltlichen Neuanfang machen.”

Sein eigenes Ergebnis musste Nietan natürlich auch erst einmal verarbeiten. Welche Konsequenzen er daraus ziehe, werde er in aller Ruhe mit Familie und Freunden beraten, sagte Nietan und machte dabei den Eindruck, als glaube er nicht mehr an den Einzug in den Bundestag über die Landesliste der SPD.

Doch zu diesem Zeitpunkt stand noch auf der Kippe, ob es für Nietan über die Landesliste (Platz 11) noch für Berlin reichen würde. Bis Redaktionsschluss dieser Ausgabe war die Entscheidung nicht gefallen.

Derartige Sorgen brauchte sich Oliver Krischer nicht zu machen. Mit Landeslistenplatz 8 der Grünen fest im Bundestag, freute sich der scheidende Fraktionsvorsitzende der Kreistagsfraktion über das beste Wahlergebnis der Grünen auf Bundesebene überhaupt, auch „wenn wir Schwarz-Gelb nicht verhindern konnten.

Das Wahlergebnis ist ein Desaster für die SPD. Wir Grüne werden jetzt in Berlin klare Oppositionsarbeit machen. Dafür bin ich gewappnet”.
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