„Prozesse-Dieter” muss erneut vor Gericht

Von: dpa
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Rolf-Dieter K. alias „Prozesse-Dieter” steht erneut vor Gericht. Foto: dpa

Ratingen. „Prozesse-Dieter”, Deutschlands Prozesshansel Nummer eins, muss an diesem Mittwoch erneut vor Gericht. Er soll 66 Mal Amtsträger beleidigt haben. Der Prozess gegen den Sozialhilfeempfänger findet am Ratinger Amtsgericht bei Düsseldorf statt.

Der 72-Jährige hat wegen notorischer Beleidigungen bereits ein Jahr hinter Gittern verbracht. Gegen seine erneute Verurteilung wehrt er sich mit der Behauptung, er sei schuldunfähig, weil er zwanghaft handele. Ein Psychiater hatte dies teilweise bestätigt.

Sollte das Gericht der Expertise zustimmen, dürfte der ehemalige Sportlehrer möglicherweise bald straffrei Beamte und Juristen beleidigen. „Prozesse-Dieter” könnte dann sogar Entschädigung für das Jahr verlangen, das er hinter Gittern verbringen musste.

Der selbst ernannte „König der Kläger” hat der Justiz mit rund 230 Klagen bereits reichlich Arbeit beschert. In seinem regen Schriftverkehr mit Behörden wurde der renitente Senior regelmäßig ausfällig. Richter, Sozialamtsmitarbeiter, Rechtspfleger und auch einen Bürgermeister soll er beleidigt haben. Die Wortwahl reichte dabei von Titulierungen wie „Abschaum”, „Faschisten”, „Hunde-Rotte” bis „Doppel-Null”.

Das Amtsgericht in Ratingen hatte nach der erneuten Anklage zunächst das Problem, einen unbefangenen Richter zu finden, der noch keine Strafanzeige gegen den Mann gestellt hatte und noch nicht selbst von ihm beleidigt worden war.

Der „König der Kläger” hatte sich jahrelang mit Behörden und Justiz angelegt. Versagte ihm das Sozialamt seine Wünsche, zog er vor Gericht. So erstritt er sich unter anderem eine Klobürste und neue Unterhosen vom Sozialamt. Im Gerichtssaal war er schon mit einem T- Shirt mit der Aufschrift „Asozial ist geil” erschienen.

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