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Prozess gegen Pädophilen: Erschreckendes Geständnis

Von: Wolfgang Schumacher
Letzte Aktualisierung:

Aachen/Jülich. Der Mitarbeiter der evangelischen Kirche im Kreis Düren ist nicht zum ersten Mal als Pädophiler aufgefallen, schon 2008 war er zu einer Bewährungsstrafe wegen des Besitzes kinderpornografischer Dateien verurteilt worden.

Seit Montag steht der 50-Jähriger vor der 5. Großen Strafkammer, dieses Mal ist er wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen angeklagt.

Der 50-Jährige legte vor Richter Roland Klösgen am Montag ein umfassendes Geständnis ab, beinahe alle Vorwürfe der Anklage seien zutreffend. Lediglich den Beginn der angeklagten Taten, begangen an seinen beiden Töchtern und weiteren drei minderjährigen Mädchen aus deren Freundeskreis, datierte er auf ein Jahr später. Die Staatsanwaltschaft war von einem Beginn des sexuellen Missbrauchs der älteren Tochter ab September 2011 ausgegangen.

Das könne aber nicht sein, erklärte der ehemalige IT-Techniker. Denn die Tochter sei 2011 noch in der Grundschule gewesen und habe nachmittags den Hort besucht. Erst als sie auf das Gymnasium kam, sei sie nach der Schule gleich nach Hause gekommen. Erst so hätten sich 2012 überhaupt Gelegenheiten zum Missbrauch ergeben.

Das Schema der Taten war offenbar wiederkehrend. Beim normalen Kuscheln mit den Töchtern sei er weit darüber hinaus gegangen. Es kam zu sexuellen Handlungen, deren Details im Prozess zwar minuziös erörtert werden, die in der Regel jedoch nicht für die Öffentlichkeit bestimmt sind.

Erschreckend allerdings sind Wendungen in diesem Fall, die in den Bereich der organisierten Verbreitung von Kinderpornografie heranreichen. In einem Fall soll der Angeklagte bereits mit seiner älteren Tochter vor seinem Computer, der abgeschieden in einem Büro auf dem Dachboden stand, intim geworden sein und dabei mit einem gleichgesinnten Vater irgendwo in der Republik über einen Video-Chat im Internet verbunden gewesen sein.

Das wurde dann ab 2014 mit der jüngeren Tochter zu einer regelmäßigen Angelegenheit. Mit Sexvideos von ihr soll der Angeklagte, was er auch zugab, in kinderpornografische Chatrooms gegangen sein. Als Eintrittskarte habe man Aufnahmen von Sexhandlungen mit der eigenen Tochter vorlegen müssen, dann seien Videos getauscht worden.

Der Angeklagte erklärte, er sei bereits im Jahr 2006 aus dem Haus der Familie ausgezogen und dann zwei Jahre später wieder eingezogen, nachdem er eine Sexualtherapie absolviert habe.

Der Prozess wird am 26. Januar fortgesetzt.

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