Düsseldorf - Prozess gegen mutmaßlichen Drahtzieher von Selbstmordanschlägen

Prozess gegen mutmaßlichen Drahtzieher von Selbstmordanschlägen

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Düsseldorf. Als Drahtzieher von Selbstmordattentaten und Bombenanschlägen in der Türkei mit insgesamt 14 Toten steht seit Donnerstag ein Linksextremist in Düsseldorf vor Gericht. Die Bundesanwaltschaft hat den 53-Jährigen mutmaßlichen Terroristen unter anderem wegen Mordes beim Oberlandesgericht angeklagt.

Die Anklage wirft dem staatenlosen Faruk E. vor, einer der Anführer der marxistischen Terrorgruppen Devrimci Sol und DHKP-C gewesen zu sein. Von Deutschland aus soll der 53-Jährige „Bestrafungsaktionen” gegen Polizei, Justiz und Abtrünnige angeordnet haben.

Beim Anschlag auf eine Polizeiwache in der Nähe des deutschen Konsulates von Istanbul wurde am 10. September 2001 auch eine völlig unbeteiligte 23 Jahre alte Touristin aus Österreich getötet. Im Juni 2004 riss ein Selbstmord-Attentäter in einem voll besetzten Linienbus in Istanbul drei Passagiere mit in den Tod.

21 weitere Menschen wurden verletzt, als der Sprengsatz während der Fahrt vor einem Blutspendezentrum im historischen Altstadtviertel Fatih detonierte. Vermutlich war die Bombe zu früh gezündet worden. Beide Anschläge soll Faruk E. als Mitglied des Zentralkomitees der DHKP-C ebenso wie weitere Terror-Aktionen gegen Behörden angeordnet haben.

Der in der Türkei geborene Angeklagte, der auch das Eintreiben von Zwangsspenden in Deutschland und den Waffenhandel für die Terroristen organisiert haben soll, war im April 2007 festgenommen worden. Seine Verteidiger kündigten eine Aussage des Mannes an. Das Gericht hat mehr als 50 Verhandlungstage bis Ende Juni angesetzt.

Die DHKP-C, hervorgegangen aus der türkischen Terrorgruppe Devrimci Sol, führt in der Türkei einen „bewaffneten Kampf”, der den türkischen Staat beseitigen und durch ein marxistisch-leninistisches Regime ersetzen soll. Seit 2001 wurden dafür laut Bundesanwaltschaft wiederholt Selbstmordattentäter eingesetzt. Deutschland und andere europäische Länder dienen der Gruppe als Rückzugsraum.
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