Bonn - Prozess gegen Kongress-Investor Kim am 30. September

Prozess gegen Kongress-Investor Kim am 30. September

Von: dpa
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Bonn Konferrenzzentrum
Weitaus teurer als geplant und zudem noch immer nicht fertig: Das Bonner Konferenzzentrum. Foto. dapd

Bonn. Der Prozess um das Millionendebakel beim Bau des Bonner Konferenzzentrums beginnt am 30. September. Dem Investor, dem Südkoreaner Man-Ki Kim, wirft die Anklage zwölffachen Betrug, Untreue und Bestechung vor.

Angeklagt sind nach Angaben des Bonner Landgerichts vom Mittwoch zudem ein früherer städtischer Berater, ein Rechtsanwalt sowie ein als Rechtsberater aufgetretener Jurist. Bisher sind bis Ende Januar 28 Prozesstage terminiert.

Die Ermittlungen gegen die frühere Bonner Oberbürgermeisterin Bärbel Dieckmann (SPD) und mehrere städtische Mitarbeiter dauern an. Gegen die heutige Präsidentin der Deutschen Welthungerhilfe wird wegen des Verdachts der Untreue in besonders schwerem Fall ermittelt.

Kim war Anfang Januar von den USA aufgrund eines internationalen Haftbefehls ausgeliefert worden. Seitdem sitzt er in Köln in Untersuchungshaft. Laut Anklage hat Kim als Investor beim Bau des WCCB (World Conference Center Bonn) die Stadtoberen hintergangen: Er habe gar nicht über das Kapital verfügt, das er zu investieren versprach.

2003 hatte die Stadt Bonn den Bau eines internationalen Kongresszentrums mit angeschlossenem Hotel beschlossen. Einem Investor sollten hierfür öffentliche Mittel bis zu 35,79 Millionen Euro zur Verfügung stehen und die bundeseigenen Grundstücke übertragen werden. Als im Juni 2005 die Verhandlungen mit einem potenziellen Investor zu platzen drohten, trat Kim mit seiner Firma SMI Hyundai Corporation mit Sitz in den USA auf den Plan.

Bei den Verhandlungen sollen Kim, sein Anwalt und der frühere städtische Berater wahrheitswidrig vorgegeben haben, hinter dieser Firma stehe der weltweit bekannte koreanische Baukonzern Hyundai Engineering & Construction Co. Ltd., also ein leistungsstarker Großkonzern, so dass SMI in der Lage sei, die geforderten 40 Millionen Euro Eigenkapital aufzubringen.

Kim beschaffte sich auf dem Kapitalmarkt schließlich zehn Millionen Euro. Nach dem ersten Spatenstich im Jahr 2006 geriet das WCCB aber schon in Schieflage, die Baukosten explodierten. Im September 2009 war Schluss. Seitdem ruhen die Arbeiten an dem weitgehend fertiggestellten Bau.

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