Mönchengladbach - Prozess gegen früheren AWO-Geschäftsführer geplatzt

Prozess gegen früheren AWO-Geschäftsführer geplatzt

Von: ddp
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Mönchengladbach. Der Prozess gegen den früheren Geschäftsführer der Arbeiterwohlfahrt (AWO) im Rhein-Kreis Neuss, Ulrich B., vor dem Mönchengladbacher Landgericht ist am Dienstag geplatzt.

Der 61-jährige frühere SPD-Politiker soll zwischen 1997 und 2002 in seiner Funktion als AWO-Geschäftsführer mehr als 400.000 Euro veruntreut und so die Wohlfahrtsorganisation in erhebliche finanzielle Probleme gestürzt haben. Da er nach Angaben von Medizinern nicht verhandlungsfähig ist, braucht er eine Strafe wohl nicht mehr zu befürchten.

Justizsprecher Joachim Banke sagte, der 61-Jährige sei von einem Amtsarzt des Gesundheitsamtes des Rhein-Kreises Neuss untersucht worden. Dieser habe in seinem Gutachten attestiert, dass der ehemalige AWO-Geschäftsführer an Altersdemenz und Alzheimer leide. Er lebe in einem Heim. Einer Gerichtsverhandlung könne er nicht folgen. Da eine Besserung nicht mehr zu erwarten sei, müsse der Fall wohl zu den Akten gelegt werden.

Die Staatsanwaltschaft behielt sich vor, den Gesundheitszustand des Angeklagten selbst noch einmal durch einen Experten untersuchen zu lassen. Sollte das Gutachten des Kreises allerdings richtig sein, könne man gegen den 61-Jährigen auch in Zukunft nicht mehr verhandeln, sagte der zuständige Richter.

Ulrich B. war vor drei Jahren in erster Instanz vom Amtsgericht Mönchengladbach zu zweieinhalb Gefängnis verurteilt worden. Das Gericht hatte es als erwiesen angesehen, dass der Mann in seiner Funktion als AWO-Kreisgeschäftsführer mehr als 400.000 Euro veruntreut und auf sein Konto verschoben hatte. Darüber hinaus hatte er sich Urlaubsreisen auf AWO-Kosten gegönnt und seiner längst in Rente befindlichen Mutter ein monatliches Gehalt verschafft.

Die Arbeiterwohlfahrt war durch die Machenschaften des früheren Ratsherrn und Kreistagsabgeordneten in erhebliche finanzielle Probleme geraten. Unter anderem musste ein Seniorenheim vom Rhein- Kreis Neuss übernommen werden, zwei AWO-Kindergärten wurden von der Stadt Grevenbroich gerettet.
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