Provokanter Redner: Informatiker Hermann Maurer zu Gast in Aachen

Von: Katrin Fuhrmann
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Hermann Maurer, Professor aus Graz, liebt provokante Thesen. Foto: Steindl

Aachen. Wenn Hermann Maurer, Professor für Informatik der Technischen Universität Graz, einen Vortrag hält, ist sein Publikum nicht selten verwundert. Das liegt daran, dass er mit seinen Thesen über die Rolle der Informatik in der Zukunft aneckt und provoziert.

Doch Maurer macht eben auch deutlich, vor welchen Problemen die Gesellschaft auf Grund der zunehmenden Weltbevölkerung bereits jetzt steht.

Auf Einladung der Initiative Aachen war der Informatiker im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Stadt.Plan!“ am Donnerstagabend im Aachener Krönungssaal zu Gast. Auch dort zeigte der Wissenschaftler, Science-Fiction-Autor und Zukunftsforscher einmal mehr, dass die Gesellschaft sich dringend verändern muss, um der rasanten Veränderung von Technologie und Digitalisierung beizukommen. Maurer begann seinen Vortrag mit den Worten: „Ich bin sehr provokant. Viele werden mich deswegen nach dem Vortrag wahrscheinlich hassen.“

Doch die meisten der mehr als 500 Gäste erlebten Maurer als Menschen mit klaren Visionen, die größtenteils nachvollziehbar waren. Viele hatten ihm schon im vergangenen Jahr zugehört, als er einen Vortrag zum selben Thema im Aachener Krönungssaal gehalten hatte.

Dennoch wurde schnell deutlich, warum Maurer stets davon ausgeht, dass ihn seine Zuhörer nicht leiden können. Bei seinem Vortrag erläuterte er, dass er grundsätzlich nichts gegen das oft kritisierte Fracking habe und auch kein Feind von CO2 sei. „Man hört immer, dass man den Ausstoß von CO2 verringern soll. Ich sage nein. Wir müssen CO2 aus der Luft filtern und erforschen, wie man es am besten verwenden kann“, sagte Maurer.

Besonders am Herzen liegt ihm das Thema „Autonomes Fahren“. Dabei versucht er deutlich zu machen, warum auch ethische und psychologische Probleme damit einhergehen. Man müsse sich vor Augen führen, dass eine künstliche Intelligenz in bestimmten Fällen vielleicht anders entscheide als ein Mensch. „Automation verschlechtert die menschlichen Leistungen.“ Davon ist Maurer überzeugt. Trotzdem biete die Informatik immer mehr Möglichkeiten, fehlende menschliche Kompetenz zu kompensieren.

Dass die Veränderung unaufhaltsam sei, machte Maurer an einem Beispiel deutlich: Vor zehn Jahren sei nur eine Softwarefirma unter den fünf größten Unternehmen gewesen, heute seien Apple, Google, Amazon, Facebook und Microsoft die größten Fünf.

Viele Themen wurden bei dem Vortrag nur angerissen und nicht im Detail erklärt. Maurer hat, wie er selbst sagt, auch nicht auf alle Probleme dieser Welt eine Antwort, aber er lieferte eine Menge Denkanstöße. „Ich denke, dass ich etwas verändern kann. Es gibt viele Menschen, die mir zuhören und die sich mit dem, was ich erzähle, auseinandersetzen“, sagte Maurer.

Bei der anschließenden Diskussion mit Matthias Jarke, Professor für Informationssysteme und Datenbanken an der RWTH Aachen, und Professor Thomas Ritz, Leiter des „mobile media & communication lab“ an der FH Aachen, wurde deutlich, dass Meinungen zum Thema Digitalisierung auch sehr unterschiedlich können. Die Auseinandersetzung mit Themen wie Technologie und Informatik scheint aber unumgänglich, um den künftigen Problemen zu begegnen.

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