Promotionsvermittler steht nach Bestechungs-Urteil vor dem Aus

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Bergisch Gladbach/Köln. Das wegen Bestechungszahlungen in Verruf geratene Institut für Wissenschaftsberatung in Bergisch Gladbach steht vor dem Aus. Das Unternehmen habe Insolvenz wegen Überschuldung angemeldet und sei nicht mehr zu sanieren, sagte ein Sprecher des zuständigen Insolvenzverwalters am Mittwoch in Köln und bestätigte damit einen Bericht des „Unispiegel”.

Größter Posten der Schuldenlast seien hohe Steuernachforderungen. Diese ergeben sich aus dem unrechtmäßigen Geschäft mit Doktortiteln, für das ein Gericht den Geschäftsführer 2008 zu einer Haftstrafe verurteilt hatte. Er hatte einem Professor Promotionswillige gegen Honorar vermittelt.

Diese Zuwendungen seien nicht - wie jahrelang praktiziert - als Betriebsausgaben deklarierbar und deshalb nachträglich zu versteuern, erläuterte der Sprecher. Bereits im Prozess hatte das Gericht dem Unternehmen eine Geldstrafe von 150.000 Euro auferlegt. Hinzu kämen hohe Rechtsberatungskosten. Obendrein habe die Reputation des Instituts so stark gelitten, dass es an neuen Aufträgen mangele.

Das Landgericht Hildesheim hatte den Geschäftsführer der Beratungsfirma im vergangenen Juli der Bestechung in 61 Fällen schuldig gesprochen. Er muss für dreieinhalb Jahre ins Gefängnis. Der Mann hatte über Jahre hinweg einem Hannoveraner Jura-Professor unter der Hand 4100 Euro je übernommenem Promotionskandidaten überwiesen. Oft erfüllten die Bewerber die Voraussetzungen gar nicht. Die Kunden des Instituts zahlten für dessen Dienste bis zu 22.000 Euro.

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