Aachen - Promillegrenze für Radler soll runtergesetzt werden

Promillegrenze für Radler soll runtergesetzt werden

Von: Claudia Schweda und Alexander Barth
Letzte Aktualisierung:
fahrrad alkohol
Ein ADFC-Rechtsexperte empfiehlt in der nächsten Ausgabe ihrer Mitgliederzeitschrift, Fahrradfahren ab 1,1 Promille mit hohem Bußgeld zu belegen. Foto: dpa

Aachen. Verkehrsexperten fordern strengere Alkoholgrenzen für Fahrradfahrer. Die Verkehrswacht NRW setzte sich auf ihrer Jahrestagung in Aachen jetzt dafür ein, die Grenze für die absolute Fahruntüchtigkeit bei Fahrradfahrern von 1,6 auf 1,1 Promille Blutalkohol zu senken - also auf den Wert, der auch für Autofahrer gilt.

„Der bisherige Grenzwert von 1,6 Promille für Radler ist zu hoch”, sagte Heinz Hardt, Präsident der Verkehrswacht NRW. „Radfahrer können heute mit 1,5 Promille Alkohol im Blut unterwegs sein. Wenn sie keine Ausfallerscheinungen zeigen, können sie dafür nicht belangt werden.” Eine Absenkung der Promillegrenze für Radfahrer hält der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) rechtlich jedoch für nicht durchsetzbar.

Der ADFC-Rechtsexperte Roland Huhn empfiehlt deswegen in der nächsten Ausgabe der Mitgliederzeitschrift „Radwelt”, für Fahrradfahrer eine zweite Promillegrenze unterhalb des absoluten Fahruntüchtigkeitswertes einzuführen.

Autofahrer kennen diese „Warngrenze” seit Jahrzehnten -aktuell liegt sie bei 0,5 Promille. Wer mit mehr Promille im Blut am Lenkrad erwischt wird, dem drohen Führerscheinentzug, vier Punkte in Flensburg und ein Bußgeld von bis zu 1500 Euro.

Für Radfahrer gibt es eine solche Vorstufe unterhalb der 1,6 Promille für die absolute Fahruntüchtigkeit bisher nicht. Huhn empfiehlt, diese neue Grenze am Lenker bei 1,1 Promille einzuziehen. Wer dann mit einem höheren Blutalkoholwert auf dem Rad erwischt werde, dem solle ein „schmerzhaftes” Bußgeld von mehreren Hundert Euro drohen.

Die Verkehrswacht NRW forderte in Aachen diese zweite, niedrigere Promille-„Warngrenze” zusätzlich zur Absenkung der Grenze für die absolute Fahruntüchtigkeit. Ab diesem Promillewert, dessen Höhe offen blieb, müsse das Fahren eines Fahrrades verboten sein. „Das würde ein deutliches Zeichen der Prävention und Abschreckung setzen”, sagte Hardt.
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