Projekte aus der Region bei der „Expo Real“

Von: Robert Esser
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40-Millionen-Euro-Projekt in Düren: Das Bismarckquartier mit dem Vier-Sterne-Dorint-Hotel am Rand der Innenstadt. Foto: HPP
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461 Studentenwohnungen in Vaals: Die niederländische Grenzstadt verjüngt sich – „Koningin Julianaplein“. Foto: CoenenSaettele Maastricht
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8000 Quadratmeter Wohn- und Gewerbeflächen in Aachen: Die Reaq Immobilien GmbH will die Kurbrunnenhöfe errichten. Foto: Reaq
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Großes Kino: Vorm Theater Aachen entsteht an der Stelle eines früheren Lichtspielhauses ein Motel One. Foto: Gatermann + Schossig Architekten
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„Der Immobilienboom hält an“: IHK-Geschäftsführer Fritz Rötting führt die Expertenrunde auf die Messe nach München. Foto: IHK

Aachen/München. Die Baubranche ist völlig aus dem Häuschen. Großprojekte schießen geradezu aus dem Boden. Wer durch die Region Aachen, Heinsberg und Düren schlendert, dem droht die Nackenstarre: wegen Baukränen, die mit Höchstgeschwindigkeit Wohnobjekte, Hotels, Campus-Gebäude und Büroflächen hochziehen.

„Der Immobilienboom hält an, hier ist Bewegung drin“, stellt Fritz Rötting, Geschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) fest. „Die Projekte der Region können sich sehen lassen“, sagt er.

Darum fahren die hiesigen Entwickler und Wirtschaftsförderer vom 4. bis 6. Oktober nach München. Bei der „Expo Real“, Europas größter Gewerbeimmobilienmesse, wollen sie zeigen, warum sich ein Investment in der Euregio lohnt. 2016 kommen 1764 Aussteller auf die Fachmesse an die Isar – 3,3 Prozent mehr als im Vorjahr. Erwartet werden knapp 40.000 Experten aus 75 Ländern. Gefragt sind Investoren. Allein die IHK Aachen vereint 22 Unternehmen und Institutionen am Gemeinschaftsstand „aachen 1a“. „Ein perfekter Ort für neue Ideen und Kooperationen“, sagt Rötting, der die Akteure am Stand zusammenbringt.

Städtebauliche Akzente

Aachens Oberbürgermeister Marcel Philipp (CDU) ist vor Ort. „Aachen entwickelt sich im ausgesprochen attraktiven Spannungsfeld von Tradition und Innovation“, sagt Philipp. „Mit lokalen und überregionalen Investoren setzt Aachen städtebauliche Akzente. In unserer Stadt ist viel in Bewegung – seien es neue Hotels oder innovative Baukonzepte für die Digitalwirtschaft.“ Die Statistik untermauert das: Zwischen 2005 und 2011 zählte Aachen jährlich 1300 bis 1500 Bauanträge. „Ab dem Jahr 2012 steigt die Gesamtzahl der Anträge an“, teilt die Verwaltung auf Anfrage unserer Zeitung mit.

Von 2006 bis 2010 sind bei der Errichtung neuer Wohngebäude 1635 Wohnungen geschaffen und im Zuge von Umbauten an bestehenden Gebäuden weitere 338 Apartments fertiggestellt worden. Von 2011 bis 2015 ging's steil bergauf: 2560 neue Wohnungen in Neubauten und immerhin 350 Apartments nach Umbaumaßnahmen. Und der Trend hält an. Im laufenden Jahr liegen der Aachener Behörde bereits so viele Bauanträge vor, dass sie wohl knapp 2000 erreichen werden.

Manches davon ist nicht nur beispielhaft, sondern vorbildlich. Für Aachens größtes öffentlich gefördertes Wohnbauprojekt „Guter Freund“ im sozial schwachen Ostviertel wurde die Landmarken AG mit dem „Polis-Award“ für „Urbanes Flächenrecycling“ ausgezeichnet. Auf einer verrotteten Brachfläche entstehen auf 20.000 Quadratmetern 248 Wohnungen, davon 183 öffentlich gefördert. „Zum generationenübergreifenden Konzept des Quartiers gehören neben der sozialen Durchmischung der Bewohner auch eine fünfzügige Kita und eine Seniorentagespflege, ein Gemeinschaftsraum sowie eine schöne Parkanlage mit Spielgeräten für die ganze Familie – und ganz speziell für Senioren“, erklärt Landmarken-Vorstand Norbert Hermanns. Er ist mit mehreren Projekten in München präsent – natürlich auch beim Auftritt von „aachen1a“.

„Für uns als weit über Aachen hinaus expandierendes Unternehmen ist es sehr wichtig, unsere Projekte einem breiten Fachpublikum zu präsentieren und unser Netzwerk in der Branche zu erweitern.“ Im Vordergrund steht auch das Thema „Innenstadtentwicklung“. Der Hotelneubau „Motel One“ am Aachener Kapuzinergraben startet im ersten Halbjahr 2017. „Für das benachbarte DresdnerBank-Gebäude planen wir eine besondere Entwicklung, quasi das digitale Büro der Zukunft“, kündigt Hermanns an. Gleichzeitig entwickle das Unternehmen die Hauptbahnhof-Ostseite in Münster und das ehemalige Hertie-Kaufhaus in Herne – beide mit multifunktionalen Nutzungen.

Die Reaq Immobilien GmbH will bei der „Expo Real“ gleich mehrmals punkten. Derzeit befasse sich das Unternehmen regional wie überregional mit mehr als einem Dutzend Projektentwicklungen, sagt Geschäftsführer Ilker Simons: „Zu unseren spannendsten Projekten gehören die Kurbrunnenhöfe in Aachen.“ Im Herzen der Stadt, zwischen Burtscheid und dem Frankenberger Viertel, wachsen circa 8000 Quadratmeter Wohn- und Gewerbefläche.

Mit einem Großprojekt, dem Bismarck-Quartier, will auch der Kreis Düren rund um Landrat Wolfgang Spelthahn (CDU) an den Stand locken. Das 40-Millionen-Euro-Projekt bestehe aus einem 120-Zimmer-Hotel, einem multifunktionalen Konferenzzentrum mit 400 Plätzen, Eigentumswohnungen und Räumen für Freiberufler, erklärt der Landrat. Investor Georg Schmiedel hat mit der Dorint-Gruppe einen renommierten Betreiber für das Hotel gefunden, das vier Sterne tragen und etwa 45 neue Arbeitsplätze schaffen soll.

Eine Premiere steht auch der Gemeinde Vaals bevor. „Nicht umsonst ist Vaals der schönste niederländische Vorort und die kleine Schwester von Aachen“, sagt Bürgermeister Reg van Loo. „Vaals erlebt in diesen Jahren eine Metamorphose“, erklärt Projektleiterin Rivka Valkenberg: „Angefangen mit der Maastrichterlaan, wird das historische Zentrum von Vaals auf eine moderne Art in seine alten ruhmreichen Tage voller Symbolik zurückversetzt.“ Zudem würden in zwei Bauabschnitten zurzeit 461 Studentenwohnungen gebaut. Die ersten 250 sollen zum Semesterstart fertig sein.

Bemerkenswert ist, dass der Bauboom trotz steigender Preise anhält. Hohe Nachfrage, wachsende Anforderungen an Energieeinsparung, Barrierefreiheit und Brandschutz treiben die Kosten, wie Bauexperte Dietmar Röhrig, Geschäftsführer der S-Immo, weiß. „Während vor wenigen Jahren Kaufpreise von mehr als 3000 Euro pro Quadratmeter in der Aachener Innenstadt noch die Ausnahme bildeten, sind sie nun bereits für begehrte Nebenlagen Standard – und überschreiten in den Toplagen stabil die 4000-Euro-Schwelle“, erklärt er.

Dass Baugeld billig und die Zinsen niedrig sind, tut sein Übriges dazu. Ein hausgemachtes Problem.

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