Aachen - Projekt „Mobility Broker“: Mit einem Klick durch die Region

Projekt „Mobility Broker“: Mit einem Klick durch die Region

Von: Daniela Martinak
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Alle Mobilitätsangebote aus einer Region zusammen in einer App: Diese Frau könnte damit etwa aus dem Bus steigen und dafür gesorgt haben, dass gleich ein Mietwagen in der Nähe für sie bereitsteht. Gestern wurde das Forschungsprojekt in Aachen vorgestellt. Foto: Daniela Martinak

Aachen. Von Aachen nach Köln kommen mit Zwischenstopp in Düren – und das mit möglichst wenig Aufwand: Das ist der Wunsch vieler Pendler und Reisenden. „Bei solchen Touren wird oft nicht nur die Länge der reinen Fahrzeit bemängelt“, weiß Michael Carmincke, Vorstand der Aseag (Aachener Straßenbahn und Energieversorgungs-AG). Zeitaufwendig ist vor allem das Ziehen der Tickets für Bus und Bahn, die Telefonate, um etwa ein Auto oder ein Fahrrad zu mieten oder das Warten aufs Taxi.

Eine App soll nun all die Mobilitätsangebote einer Region auf eine Plattform bringen und somit den Reisenden ermöglichen, diese auf einen Blick und sozusagen mit einem Klick finden und bedienen zu können. Jedenfalls für Smartphonebesitzer oder Internetnutzer. „Mobility Broker“ ist dieses Projekt getauft worden.

Es basiert auf einer Idee, die die Aseag mit der RWTH Aachen, der IVU Traffic Technologies AG, der Regio IT, der Gesellschaft für Informationstechnologie und den Stadtwerken Osnabrück entwickelt hat.

„Dieses Forschungsprojekt soll die Mobilität sozusagen vernetzen. Der Trend geht immer mehr hin zu öffentlichen Verkehrsmitteln, was ja auch gut ist und unbedingt gefördert werden muss“, sagt Peter Wüstnienhaus vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DRL).

Er übergab jetzt den Förderbescheid über 2,3 Millionen Euro für das Projekt. Das DRL betreut das insgesamt 4,3 Millionen Euro teure Forschungsprojekt als Träger für das Wirtschaftsministerium.

„Jetzt können wir loslegen und sind alle gespannt, was dabei rauskommt“, sagt Carmincke. Er betont, „dass es nur positiv enden kann“. Schließlich fungiere die App dann „als Türöffner in den multimedialen ÖPNV“ und habe den Vorteil, die Kommunikation weitgehend zu vereinfachen“.

Da es sich um eine App handelt, ist klar, welche Generation mit dieser Neuheit angesprochen wird. Karl-Heinz Krempels, Projektleiter von der RWTH, hat aber auch „für Oma und Opa“ einen Tipp: „So schwer ist das Bedienen von Smartphones nicht, jedenfalls nicht schwerer als die Bedienung der unterschiedlichen Fahrtkartenautomaten. Bei der Installation der App sind wir auch gerne behilflich.“

Nur noch eine Rechnung

Die erste operative Phase des Projektes wird zunächst mit eigenen Mitarbeitern erprobt. Nach den Erfahrungen stehe dann die Umsetzung an. Ein Elektro-Auto-Fuhrpark für Transferfahrten wird nun eingerichtet. Gleichzeitig soll mit allen Projektpartnern ein inte­griertes Buchungs- und Abrechnungssystem für den Betrieb entwickelt werden.

Auch das gehört zu der Aufzählung der Vorteile, die die neue App mit sich bringen soll: Nur noch eine Rechnung für verschiedene Angebote unterschiedlicher Anbieter. Danach wird das System den Bediensteten der RWTH in Kombination mit dem bestehenden Jobticket zur Verfügung gestellt. Abschließend erfolgt eine Testphase in der Öffentlichkeit.

Das Projekt, das wissenschaftlich begleitet und dokumentiert wird, hat eine Laufzeit von 30 Monaten. Danach, da sind sich die Entwickler sicher, wird sich so mancher Pendler und Reisende die kostenlose App runterladen und regelmäßig nutzen.

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