Presse-Ente: Auszeichnung für ihre besondere Geradlinigkeit

Von: Nina Leßenich
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Nutzten die Gelegenheit für Appelle ans Publikum: Margarethe Schreinemakers und Heribert Leuchter. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Margarethe Schreinemakers kann selbst dann nicht aufhören, eben typisch Margarethe Schreinemakers zu sein, wenn sie auf der Bühne steht und einen Preis entgegennimmt. Und so fiel die Danksagung der früheren Fernsehmoderatorin am Dienstagabend auch eher spärlich aus und wurde stattdessen zu einem – sagen wir – Spendenaufruf.

„Sie haben alle sicher Kontakt zu Menschen mit Geld“, witzelte Schreinemakers mit der frisch verliehenen Presse-Ente in der Hand. Und wollte damit auf die Versteigerung eines Stuhls aufmerksam machen, den die heutige Möbeldesignerin in Kooperation mit der Firma Vitra gestaltet. Die Einnahmen der Versteigerung gehen an das Dirk-Bach-Haus – ein Hospiz für Aidskranke in Köln.

Eben genau dieses Engagement der ehemaligen Moderatorin sei für den Vorstand des Bezirksvereins Aachener Presse (BAP) im Deutschen Journalisten-Verband „Grund genug gewesen“, um Margarethe Schreinemakers die Presse-Ente für hervorragende journalistische Arbeit zu verleihen. Das erklärte BAP-Vorsitzender Hubert vom Venn bei der Verleihung in Aachen. Auch wenn sie als „Show-Sternchen“ bekannt geworden sei, sei sie „in erster Linie immer Journalistin gewesen“.

Lob für ihr Engagement

Das Lob für ihre journalistische Leistung jedoch hielt sich in Grenzen, vielmehr stand ihr stetes Engagement für Menschen und Tiere in Not im Vordergrund. Auch Laudator Harald Mollers, Minister für Bildung und wissenschaftliche Forschung in der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens, schwärmte in höchsten Tönen vom Engagement der „TV-Quoten-Queen” – und nahm dabei gerne hin, dass Schreinemakers ihm während der Laudatio ein ums andere Mal ins Wort fiel.

Die deutlich emotionalere Laudatio hielt Uwe Brandt, Intendant des Aachener Grenzlandtheaters über den zweiten Preisträger, Heribert Leuchter. Öcher, Kumpel, Abenteurer, Bühnentier, Innovator, eben ein „Kulturmensch par excellence“ – ihm fielen viele Worte ein, um seinen Freund zu beschreiben. Der wiederum reagierte gewohnt bescheiden auf seine Auszeichnung als „Person des öffentlichen Lebens“.

„Ich stehe auf vielen breiten Schultern. Das, was ich mache, kann ich selten alleine tun“, sagte er und bedankte sich damit auch bei seinem Laudator Uwe Brandt. Schließlich spielte er ein paar Takte von „Girl from Ipanema“ an. Aber eben nur ein paar Takte. Man merkte – Leuchter ist kein Mensch, der sich gerne aufdrängt. Ein paar appellierende Worte wollte er dann aber doch noch loswerden – an die anwesenden Journalisten des BAP.

„Wir sind Verbündete“, sagt Leuchter. Das gemeinsame Ziel von Journalisten und Künstlern sei es schließlich, die Öffentlichkeit zu erreichen. „Aber Sie sind der Flaschenhals für uns“, sagte er. Besonders in Hinblick auf junge, aufstrebende Künstler solle deshalb gelten: „Wir sollten das Unbekannte stärken, nicht übersehen.“

„Heribert lässt sich nicht beugen“

Hubert vom Venn zeigte sich am Ende zufrieden. Die Auswahl der Preisträger erklärte er wie folgt: „In Zeiten wie diesen ist es wichtig, auf Personen zu setzen, die geradlinig sind. Was Margarethe tut, das meint sie auch. Und auch Heribert lässt sich nicht beugen.“

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