Praktiker-Insolvenz: Vorerst keine Kündigungen

Von: Elisa Zander
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Aufgrund von Überschuldung und Zahlungsunfähigkeit hat Praktiker ein Insolvenzverfahren beantragt. Foto: Jens Wolff
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Die Baumarktkette hat wegen Überschuldung und Zahlungsunfähigkeit ein Insolvenzverfahren beantragt. Foto: Jens Wolf
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Der Praktiker-Baumarkt in der Debyestraße hat bereits seine Pforten geschlossen. Foto: Michael Jaspers
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Am Mittwoch waren bei der Baumarktkette, einer der größten in Deutschland, Verhandlungen über weitere Finanzierungen der Sanierung gescheiter. Foto: dpa

Region. Die Baumarktkette Praktiker hat am Donnerstagmittag beim Amtsgericht Hamburg ein Insolvenzverfahren wegen Überschuldung und Zahlungsunfähigkeit beantragt. Der Antrag gilt für die Praktiker- und Extra-Bau+Hobby-Märkte. In der Region betrifft das drei Praktiker-Märkte in Würselen, Stolberg und Jülich.

Dort arbeiten pro Standort durchschnittlich 50 Mitarbeiter, genaue Zahlen konnte ein Unternehmenssprecher auf Anfrage nicht nennen.

Der Praktiker-Markt in Aachen war erst zum Ende der vergangenen Woche geschlossen worden. Ein Praktiker-Markt in Erkelenz stand kurz davor in einen Max Bahr-Markt umgestaltet zu werden. Inwieweit sich das Insolvenzverfahren auf diesen speziellen Standort auswirkt, konnte der Unternehmenssprecher nicht sagen.

Er betonte allerdings, dass die Insolvenz „nicht heißt, dass die Märkte geschlossen werden. Ziel des eingeleiteten Verfahrens ist es, einen Sanierungsplan zu erstellen, die Betriebe weiter zu führen und die Mitarbeiter weiter zu beschäftigen. Im Prinzip ändert sich erst einmal nichts.“ Betriebsbedingte Kündigungen seien derzeit kein Thema.

Seit September 2012 läuft im Unternehmen ein Restrukturierungsplan, wonach bislang 54 Praktiker-Märkte zu Filialen der Tochtergruppe Max Bahr umgeändert wurden. Dazu gehörte auch eine Filiale in Hückelhoven. Der Prozess ist „etwa zur Hälfte abgearbeitet“, so der Unternehmenssprecher, wird durch die Insolvenz jetzt aber vorerst unterbrochen. Max Bahr sollte nach Unternehmensabgaben zur tragenden Säule des Konzerns werden.

Die derzeit 132 Max Bahr-Märkte sind von den Anträgen ebenso wenig betroffen wie das internationale Geschäft des Praktiker Konzerns, heißt es in einer Mitteilung des Konzerns. Der Max Bahr-Geschäftsbetrieb wird regulär aufrechterhalten.

Im Konzern arbeiten bei Praktiker rund 18.000 Mitarbeiter, davon etwa 7000 im Ausland. Der Konzern betreibt über 300 Heimwerkermärkte in Deutschland.

Am Mittwoch waren bei der Baumarktkette, einer der größten in Deutschland, Verhandlungen über weitere Finanzierungen der Sanierung gescheitert. Einzelne Gläubigergruppen hatten nicht zugestimmt. Damit war die Praktiker AG überschuldet und zahlungsunfähig.

Seit vielen Jahren schreibt Praktiker rote Zahlen. Die Strategie der Rabatt-Aktion war fehlgeschlagen, wodurch die Kette in eine Krise geriet. Auch die nicht gelungene Veräußerung einer Luxemburger Tochter trug dazu bei.

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