Porno-Unternehmer: Zwölf Millionen Euro Kaution

Von: Marlon Gego
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Gegen den Aachener Porno-Unternehmer Fabian T. wird weiter ermittelt.

Raeren/Köln. Die Ermittlungen gegen den aus Aachen stammenden Porno-Unternehmer Fabian T. dauern an. Wie die Staatsanwaltschaft Köln am Mittwoch auf Anfrage mitteilte, wird gegen T. seit 2012 wegen schwerer Steuerhinterziehung und Umgehung des Jugendschutzes ermittelt.

 Gegen die Zahlung einer Kaution, die nach Informationen unserer Zeitung bei zwölf Millionen Euro liegt, befindet er sich auf freiem Fuß.  Allerdings muss sich der 35-jährige T. alle zwei Wochen bei der Polizei in Deutschland melden, erklärte Oberstaatsanwalt Ulrich Bremer, seinen Reisepass musste er abgeben.

T. ist Eigentümer der Manwin-Gruppe mit Sitz in Luxemburg, unter deren Dach die größten und umsatzstärksten Porno-Anbieter des Internets versammelt sind. Der Jahresumsatz der Firmengruppe soll bei etwa 100 Millionen Euro liegen, T. ist weltweit der bedeutendste Unternehmer der Porno-Industrie. „Porno-König“ nannte ihn der Boulevard. Dabei ist T., der in Aachen geboren wurde und teilweise dort aufgewachsen ist, branchenfremd. Als Programmierer entwickelte er die Tracking-Software „Nats“, mit deren Hilfe potenzielle Kunden auf bezahlpflichtige Porno-Seiten geleitet werden. Diese Software wurde zum Branchenstandard, für einige Millionen Euro verkaufte T. 2006 seine Anteile an der Firma, die „Nats“ vertrieb.

2007 gründete der Unternehmer Manwin, 2010 kaufte er für kolportierte 100 Millionen Euro mehrere Online-Porno-Anbieter auf und machte sie umgehend profitabel. T. selbst streute das Gerücht, das Geld dafür stamme aus einem Hedgefonds. Mit den Gewinnen vergrößerte er seine Firmengruppe, immer neue Unternehmen kaufte er dazu.

Im Jahr 2012 dann nahm die Kölner Schwerpunktstaatsanwaltschaft für Wirtschaftskriminalität die Ermittlungen gegen T. und seine Unternehmen auf. Der Verdacht: Leistungen von Porno-Darstellern, die in Deutschland erbracht werden, lässt T. im Steuerparadies Zypern buchen. Die Kölner Ermittler haben Zypern und andere europäische Länder mittels Rechtshilfeersuchen um Unterstützung bei den Ermittlungen gebeten.

Wann und ob Anklage erhoben wird, sei nicht abzusehen, erklärte Oberstaatsanwalt Bremer. Und T., der mit seiner Frau und zwei Kindern in Raeren in Ostbelgien lebt, ist weitgehend abgetaucht. Vergangenen Oktober meldete er sich noch einmal bei seinen Angestellten. In einer Mitteilung erklärte er, seine Anteile an der Manwin-Gruppe verkaufen zu wollen.

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