Polizist missbrauchte über Jahre seine Töchter

Von: Wolfgang Schumacher
Letzte Aktualisierung:

Aachen/Herzogenrath. Ein ehemaliger Polizist aus dem Aachener Raum ist am Montag vor dem hiesigen Landgericht zu vier Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt worden.

Der 53-jährige suspendierte Beamte der Eschweiler Autobahnpolizei hat über mehr als zehn Jahre, nämlich etwa ab 1985 bis zum Jahr 1999, seine beiden leiblichen Töchter regelmäßig sexuell missbraucht.

Beide, heute 23 und 29 Jahre alt, saßen bei der Urteilsverkündung im Gerichtssaal, beide hatten erst ab dem Jahr 2005 über die Vorgänge in der Herzogenrather Beamtenfamilie sprechen können und nach psychologischer Hilfe den Sexmissbrauch durch den leiblichen Vater angezeigt.

Weil er zumindest teilweise geständig war und das Verfahren bereits lange andauere, folgte die Kammer unter Vorsitz von Richterin Angelika Kasparek nicht dem höheren Antrag der Staatsanwaltschaft, von dort waren fünfeinhalb Jahre gefordert worden. Verteidiger Norbert Hack hielt eine Bewährungsstrafe von zwei Jahren für ausreichend.

Nebenklage und Staatsanwalt hatten zuvor in den Plädoyers auf die verheerenden Folgen des jahrelangen Missbrauchs nicht nur auf die Kinder selbst, sondern ebenso auf die gesamte Familie hingewiesen. Die Mädchen hatten sich nacheinander ab dem Einschulungsalter, heißt mit etwa sechs Jahren, für den Vater bereithalten müssen.

Alkoholisiert ins Bett

Meistens gingen den Missbräuchen Gaststättenbesuche mit der Ehefrau voraus. Der Polizist kam, weil er früh aufstehen musste, oftmals alleine wieder nach Hause. Die ältere Tochter sei dann ins Ehebett gekommen - und habe dann den Sex über sich ergehen lassen müssen. Zur Entschuldigung brachte der Angeklagte in dem langwierigen und für die jungen Frauen belastenden Prozess hervor, er sei betrunken und entsprechend enthemmt gewesen.

Dies ließ der Staatsanwalt für den allerersten Missbrauch zwar gelten. Danach aber habe der Angeklagte gewusst, was er tat. Der regelmäßige Sex fand, so Richterin Kasparek, „vom Grundschulalter bis zur Pubertät” der Mädchen statt. Als die Ältere mit 13 bemerkte, was da eigentlich passierte und sich wehrte, wechselte der Angeklagte zur kleinen Schwester. Auch sie war da gerade im Grundschulalter.
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