Aachen - Polizist: JVA-Beamte waren inkompetent und kopflos

Polizist: JVA-Beamte waren inkompetent und kopflos

Von: dpa
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JVA Aachen
Das Aachener Gefängnis macht weiter Negativ-Schlagzeilen. Foto: dpa

Aachen. Nach dem Ausbruch zweier Schwerverbrecher haben die Aachener Vollzugsbeamten auf die Polizei einen miserablen Eindruck gemacht. Die JVA-Beamten seien bei den Ermittlungen keine Hilfe gewesen, machte ein Polizist am Montag vor dem Aachener Landgericht deutlich: „Die waren inkompetent, kopflos oder nicht mitteilungsfreudig.”

Sie seien verstockt gewesen. Im Nachhinein könne man auch zu dem Schluss kommen, „dass man mich nicht informieren wollte”. Ein anderer Polizist bestätigte, dass extrem viel Zeit verging, bis die JVA Alarm schlug. Demnach wurde die Polizei erst 15 Minuten nach dem Ausbruch informiert.

Der erste in der JVA eintreffende Polizist hatte um etwa 20.20 Uhr seinen Einsatzbefehl erhalten. Am Einsatzort kam dann die überraschende Erkenntnis: „Irgendwann in der Pförtnerloge wurde mir bewusst, der Ausbruch war deutlich früher”, sagte er vor Gericht. Er und seine Kollegen hätten sich gefragt, warum sie so spät informiert worden seien. „Es gab keine Erklärung dafür”, sagte der 52-Jährige.

Vollzugsbeamte hatten die Flucht der Schwerverbrecher Peter Paul Michalski (46) und Michael Heckhoff (51) schon um 20.05 Uhr bemerkt. Das hatte ein JVA-Beamter an einem früheren Verhandlungstag ausgesagt.

In der Kontrollzentrale sahen sie auf den Bildschirmen, wie die Überwachungskameras Bilder von zwei Gestalten einfingen. Die spazierten so ruhig aus der Pforte, dass die Beamten zunächst an Kollegen dachten. Erst beim Heranzoomen erkannten sie die türmenden Häftlinge. Trotzdem drückte niemand sofort den Alarmknopf.

Trotz dieser Bilder dauerte es auch über zwei Stunden, bis die Polizei die Namen der beiden hochgefährlichen Verbrecher hatte. Ein Beamter des Erkennungsdienstes erfuhr die Namen erst um 22.35 Uhr. Als er die Ermittlungen aufnahm, saßen im Kontrollzentrum vier oder fünf Leute vor den Kontroll-Monitoren. Für die Rekonstruktion des Fluchtwegs innerhalb der Anstalt habe er die Unterstützung der JVA-Beamten gebraucht. „Die waren verstockt. Die gaben Antworten, die mich nicht weiterbrachten”, sagte der Polizist.

Heckhoff und Michalski waren im November letzten Jahres mit Hilfe eines Vollzugsbeamten aus der JVA Aachen ausgebrochen. Auf ihrer tagelangen Flucht nahmen sie insgesamt sieben Geiseln.

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