Polizist aus Meerbusch unter Korruptionsverdacht vor Gericht

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Düsseldorf. Ein 53-jähriger Kriminalkommissar aus Meerbusch steht seit Donnerstag unter Korruptionsverdacht in Düsseldorf vor Gericht.

Er soll einem Kapitalanlageberater (54) geheime Informationen aus dem Polizeicomputer verraten haben. Im Gegenzug soll er, so der Vorwurf der Anklage, von dem Anlageberater mehr als 110.000 Euro meist in Form von verbilligten Aktien vorbörslich erhalten haben.

Mindestens 13 Mal soll der Polizist geheime Daten verraten haben. So ging es unter anderem darum zu prüfen, ob gegen den Kapitalanlageberater ermittelt wird.

Ein gegen Wirtschaftskriminelle eingesetzter V-Mann der Polizei gab nach Angaben der Staatsanwaltschaft einen Hinweis auf die Machenschaften.

Der Verteidiger des suspendierten Beamten sagte, die Vorwürfe würden von seinem Mandanten entschieden bestritten und seien rein spekulativ. Die Anklage stehe auf „dünnen Füßen”. Beide Angeklagte seien miteinander befreundet. Die Aktienkäufe, zahlreiche Telefonate und die Computerabfragen stünden in keinem Zusammenhang.

Auch anderen Aktienkäufern seien solche vermeintlich günstigen Konditionen eingeräumt worden. Tatsächlich sei der Kurs in den Keller gegangen. Der Freundschaft wegen habe der Anlageberater die Verluste ausgeglichen. Angesichts der Vorwürfe stelle sich die Frage: „Darf man mit einem Polizisten befreundet sein?”, sagte der Anwalt des Anlageberaters.

Dem Kommissar droht die Entfernung aus dem Beamtenverhältnis und der Verlust seiner Pensionsansprüche. Vor Gericht wollten sich beide Angeklagte zunächst nicht zu den Vorwürfen äußern. Dem Kommissar wird gewerbsmäßige Bestechlichkeit, Verletzung von Dienstgeheimnissen und Unterschlagung vorgeworfen, dem Anlageberater gewerbsmäßige Bestechung. Für den Prozess hat das Landgericht acht Verhandlungstage angesetzt.
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