Polizist als Bankräuber vor Gericht

Von: Heike Ahlen
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Erkelenz. Einem 37-jährigen Polizisten aus Erkelenz wird ab Freitag vor dem Landgericht Mönchengladbach der Prozess gemacht. Zwei Banküberfälle – einer in Erkelenz, einer in Wegberg – sollen auf sein Konto gehen. Der Vorwurf der Staatsanwaltschaft lautet deswegen: schwere räuberische Erpressung in zwei Fällen.

Für öffentliches Aufsehen sorgte im April seine spektakuläre Festnahme nach dem zweiten Überfall. Damals verfolgte ihn ein Zeuge von der Bank aus in einen Wald und konnte ihn stellen. Diese Tat hat der Polizist zugegeben, den Überfall, der drei Monate zuvor stattfand, hat er in den Verhören bislang bestritten.

Dieser Überfall auf die Kreissparkasse in Erkelenz-Schwanenberg ereignete sich am 9. Januar. Der Räuber hatte eine schwarze Mütze getragen und sich mit einem karierten Schal maskiert, als er um 9.12 Uhr die Filiale betrat. Mit vorgehaltener Waffe forderte er von den Angestellten Bargeld.

Dass es sich nur um eine Waffen-Attrappe handelte, ahnten die Bankmitarbeiter nicht. Die Pistole, die der Mann in der Hand hielt, sah täuschend echt aus. Mit knapp 10.000 Euro konnte der Räuber flüchten. Obwohl die Polizei in einer ersten Meldung zum Überfall noch mitgeteilt hatte, der Täter habe mit osteuropäischem Akzent gesprochen, wurde die Tat im Zuge der Ermittlungen doch dem Erkelenzer Polizisten zugeordnet. Er selbst bestreitet bislang, auch diese Tat begangen zu haben.

Die zweite angeklagte Tat sorgte im April für großes Aufsehen. Am 15. April um 10.38 Uhr betrat der Erkelenzer Polizist mit einem Strumpf über dem Gesicht die Filiale der Kreissparkasse in Wegberg-Beeck. Auch in diesem Fall waren die Bank-Angestellten davon ausgegangen, dass die Waffe, die er ihnen vorhielt, echt sei. Er erbeutete etwa 12.000 Euro und floh. Doch schon kurz hinter der Sparkasse nahm ein 46-jähriger Kampfsportler, der zufällig vorbeikam und auf die Tat aufmerksam wurde, unauffällig die Verfolgung auf. Er beobachtete, wie der Täter sich in einem Waldstück umzog, überwältigte ihn und brachte ihn in die Sparkasse zurück, wo der Polizist von seinen Kollegen erwartet wurde. Der Erkelenzer Familienvater ist seit einem Dienstunfall im Jahr 2009 krank geschrieben.

Die Beute haben später Kindergartenkinder im Beeckbach gefunden. Dort stellte die Polizei dann auch die Spielzeugpistole sicher. Ein Überfall mit einer täuschend echt aussehenden Waffe wird mit einer Haftstrafe von mindestens drei Jahren bestraft. Eine Entlassung aus dem Polizeidienst und den Verlust der Pensionsansprüche hätte bereits die Verurteilung zu einem Jahr Haft zur Folge.

Sollte der 37-Jährige verurteilt werden, wäre er der zweite Polizeibeamte aus der Region in fünf Jahren, dem ein solcher Überfall nachgewiesen würde. 2009 hatte ein 53-jähriger Polizist aus Mönchengladbach einen Bankraub gestanden, den er wegen massiver finanzieller Probleme begangen hatte.

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