Polizeibilanz: Von Gabeln im Gesicht und sonstigen Blechschäden

Von: red/pol
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Halt, Polizei! Zu Altweiber mussten die Ordnungshüter der Region so manchen Narren zur Vernunft bringen. Symbolfoto: dpa

Aachen / Düren / Heinsberg. Das launige Treiben zu Fettdonnerstag bringt für die Polizei meist reichlich Einsätze mit sich. Auch wenn die Beamten der Wachen in der Region wieder einmal keine Langeweile hatten, bieten die Bilanzen der Polizeibehörden zu Altweiber sogar den einen oder anderen Anlass zum Schmunzeln.

Städteregion: Insgesamt 174 Einsätze, exakt so viele wie im Vorjahr, mussten die Ordnungshüter in der Städteregion Aachen bewältigen. Meist ging es um Körperverletzungen (24 Einsätze). 26 Mal verteilten die Beamten gelbe Karten für Störenfriede, sogenannte Platzverweise. Zehn Personen wurden in Gewahrsam genommen, weil sie nicht hören und weiter Randale machen wollten. „Sie wurden meist nach ein paar Stunden, wenn der Kopf wieder einigermaßen klar war, in die Freiheit entlassen“, schreibt Polizeisprecher Paul Kemen in seiner Bilanz.

Aachen: Neun Anzeigen wegen Körperverletzungen und Beleidigungen nahmen die Beamten im Laufe des Tages auf. Vor einer Diskothek in der Liebigstraße war am meisten los - dort flogen laut Polizei „schon mal schneller die Fäuste“. Sieben Mal griffen Beamte schlichtend ein. Ein Autofahrer und eine Autofahrerin verloren bei Kontrollen ihren Führerschein aufgrund von Alkohol am Steuer. Ein weiterer hatte erst gar keinen Führerschein, obwohl er kurz nach Mitternacht alkoholisiert mit dem Auto auf dem Adalbertsteinweg unterwegs war.

Alkohol am Steuer und zu schnelles Fahren spielten auch die Hauptrolle bei einem Unfall am Donnerstagabend auf dem Kornelimünsterweg. Ein 28-jähriger Autofahrer geriet von der Straße ab und mit seinem Wagen ins Unterholz. Das Auto blieb auf dem Dach liegen. Leicht verletzt kletterte der Mann aus seinem Wagen. Sein Führerschein wurde sichergestellt.

Nordkreis: Mit insgesamt 35 Einsätzen (Vorjahr: 34) verlief der Tag auch im Nordkreis ohne besondere Vorkommnisse. Sieben Ermittlungsverfahren wegen Körperverletzung und ebenso viele Anzeigen wegen Sachbeschädigung leitete die Polizei ein. Neun mal erteilten die Beamten Platzverweise. Zwei Mal mussten permanente Störenfriede ins Gewahrsam.

Alsdorf: Bei einem Streit unter Frauen war es bei einer Veranstaltung in der Hubertusstraße heiß her gegangen. Eine Jeckin beschuldigte die andere, ihr das Handy gestohlen zu haben. Mit einer Flasche schlug daraufhin die Kontrahentin der anderen auf den Kopf. Die Polizei konnte die ganze Angelegenheit nicht aufklären, aber feststellen, „dass die Beschuldigte das vermutlich gestohlene Handy nicht am Körper versteckt hatte, da sie ein so hautenges Kostüm trug, dass sich jede unnatürliche Form darin abgezeichnet hätte.“

Am Bushof in Alsdorf-Mariadorf hat die Polizei am Abend sechs junge Burschen (15 bis 22 Jahre alt) auf frischer Tat vorübergehend festnehmen können, als zum wiederholten Mal dort Sachen beschädigt wurden. In der Vergangenheit war es dort zu zum Teil erheblichen Vandalismusschäden gekommen. Die jungen Männer aus der Umgebung erhielten ein mehrmonatiges Aufenthaltsverbot dort und natürlich eine Anzeige wegen Sachbeschädigung.

Eschweiler: Keine besonderen Vorkommnisse wurden aus Eschweiler gemeldet. Am Markt und in der Grabenstraße kam es zu Auseinandersetzungen unter Jugendlichen. Am Abend nahm die Kripo in der Grabenstraße eine Brandstiftung auf. Ein unbekannter Täter hatte vor einem Schaufenster einen Altpapiercontainer angezündet. Durch die Hitze wurde die Schaufensterscheibe beschädigt.

Nach einem Streit unter zwei Männern im Treppenhaus eines Wohnhauses in der Marienstraße ermittelt die Kripo wegen gefährlicher Körperverletzung. Ein 24-Jähriger soll seinem Nachbarn unter dem Einfluss von Alkohol mit einer Gabel ins Gesicht gestochen haben. Das 59-jährige Opfer wurde dabei leicht verletzt. Der 24-Jährige wurde vorübergehend festgenommen. Ein Arzt entnahm ihm eine Blutprobe.

Am späten Nachmittag verursachte ein 43-jähriger Autofahrer auf der Alsdorfer Straße einen Unfall. Die Ursache: Alkohol am Steuer. Der Fahrer war von der Straße abgekommen und gegen einen Baum geprallt. Der wurde darauf hin in der Mitte durchbrochen. Das Auto landet auf dem Dach. Der 43-Jährige wurde leicht verletzt. Die Polizei stellte den Führerschein sicher. Der Arzt zapfte ihm Blut für eine Blutprobe ab.

Stolberg: Auch in der Kupferstadt blieb es im wesentlichen ruhig. Die Polizeileitstelle meldete am Freitagmorgen, 4.37 Uhr, allerdings noch einen Unfall im Stadtteil Breinig. Der Fahrer war von einer Karnevalsfeier nach Hause gekommen, hatte sich dann aber noch in das Auto seiner Eltern gesetzt und war damit losgefahren.

Eifel: Die Polizei meldete aus dem Raum Nordeifel keine karnevalsbedingten Auswüchse. Das Fazit von Pressesprecher Kemen: „Die Eifeler können nicht nur im Winter - wenn er denn mal da sein sollte - exzellent Auto fahren, sie können auch, so wie es aussieht, richtig feiern.“

Kreis Heinsberg: Wie im Vorjahr verlief der Altweiberdonnerstag relativ ruhig: 54 Einsätze waren zu verzeichnen. So mussten 21 Platzverweise ausgesprochen und 9 Personen aus alkoholbedingten Gründen in Gewahrsam genommen werden. Bei Feiern und vor Diskotheken im Kreis wurden bei Auseinandersetzungen 18 Körperverletzungen angezeigt, bei denen 17 Personen leichte Verletzungen davontrugen. Acht Fälle von Sachbeschädigung wurden gemeldet, meist ging es um abgetretene Autospiegel und eingschlagene Fensterscheiben. Bei Straßenkontrollen wurden zwei Autofahrer aus dem Verkehr gezogen, die Drogen konsumiert hatten. Bei zwei weiteren Passanten wurden Rauschgifte entdeckt, Strafverfahren wurden eingeleitet.

Jülich: Eine Feier von rund 1200 Karnevalisten am Schlossplatzes verlief überwiegend reibungslos. Drei Personen mussten zur Verhinderung von Straftaten in Gewahrsam genommen werden; eine Person leistete dabei erheblichen Widerstand. Eine Mann erhielt einen Platzverweis, da er die Veranstaltung störte.

Düren: Für einen Autofahrer war laut Polizei bereits in der Nacht zum Freitag, also „weit vor dem Aschermittwoch, zumindest führerscheinrechtlich alles vorbei“. Gegen 4 Uhr habe sich der 25-jährige Bonner einer Streifenwagenbesatzung auf der August-Klotz-Straße „geradezu aufgedrängt“: Er hatte vergessen, das Licht am Wagen einzuschalten“. Ein Alcotest zeigte 1,8 Promille in der Atemluft an. Im Polizeibericht heißt es abschließend: Ob dem Mann durch den Führerscheinentzug „im sprichwörtlichen Sinne ein Licht aufgegangen ist, ist der gegen ihn eingeleiteten Strafanzeige nicht zu entnehmen gewesen.“

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