Polizei will in der Silvesternacht durchgreifen

Von: dpa
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Alkoholkontrolle
Nach Schätzungen von Verkehrsexperten gehen 40 Prozent aller Unfälle auf das Konto von Alkohol und Drogen. Versicherer dürfen in bestimmten Fällen ihre Kaskoleistungen kürzen. Foto: Sascha Schuermann/ ddp

Düsseldorf/Essen/Köln. Wer in der Silvesternacht auf das neue Jahr anstößt, sollte die Finger vom Steuer lassen: Nordrhein-Westfalens Innenminister Ralf Jäger (SPD) hat verstärkte Alkoholkontrollen durch die Polizei angekündigt.

Die Polizei werde konsequent gegen „Promillesünder” vorgehen. In der Düsseldorfer Altstadt werden in der Nacht zu Samstag doppelt so viele Polizisten unterwegs sein wie sonst an solchen Wochenendnächten. Auch in anderen Städten wird aufgestockt, um Alkoholsündern, Ruhestörern und Randalierern das Handwerk zu legen.

„Wer alkoholisiert ein Fahrzeug lenkt, riskiert sein Leben und das der Anderen”, sagte Jäger am Donnerstag in Düsseldorf. Die Polizei in der Landeshauptstadt will mit der doppelten Besetzung aber nicht nur früh gegen beschwipste Fahrer vorgehen. Auch Pöbeleien und Schlägereien stehen zum Jahreswechsel im Fokus der Beamten. „Wenn wir die Befürchtung haben, jemand ist nicht da, um zu feiern, sondern um Stunk zu machen, ziehen wir ihn aus dem Verkehr”, sagte ein Sprecher.

Randalierer erhielten zunächst einen Platzverweis. Wenn auch ein Aufenthaltsverbot für die Altstadt nicht wirke, würden die Unruhestifter in Gewahrsam genommen.

Auch in den meisten anderen Städten des Landes sind in der Silvesternacht mehr Polizisten im Einsatz als an gewöhnlichen Wochenenden. Das gilt vor allem für große Städte wie Köln, Dortmund oder Essen. „Kurz nach zwölf Uhr gehen bei uns immer die ersten Anrufe wegen Ruhestörungen ein”, berichtete eine Sprecherin der Essener Polizei. „Aber das Böllern müssen die Anwohner in manchen Fällen einfach eine Zeit lang hinnehmen.” Auch die Beamten in Münster rechnen hauptsächlich mit Ruhestörungen.

Wegen des Wetters könnten in diesem Jahr nach Einschätzung der Essener Polizei außerdem weniger Taxen verfügbar sein. Deswegen wird vor allem um die Rüttenscheider Straße stärker kontrolliert als sonst. „Diese Gegend hat sich als Weggeh-Meile etabliert”, sagte die Sprecherin. In Düsseldorf sind es Königsallee und Rheinpromenade, auf die die Beamten ein besonderes Auge haben.

Auch die Bei- und Fahrradfahrer sind gewarnt

Voll wird es in Köln in der Innenstadt und auf den Rheinbrücken. „Wer sich auf den Brücken ein Feuerwerk ansehen will, sollte früh da sein, damit es nicht zum Gedränge kommt”, warnte eine Polizeisprecherin. Glasflaschen seien an Silvester zwar nicht verboten. Karneval habe man mit dem Glasverbot aber sehr gute Erfahrungen gemacht. „Es gab daraufhin wesentlich weniger Körperverletzungen durch Schnitte”, hieß es. Bei den vergangenen Feiern habe es allerdings trotz verstärkter Alkoholkontrollen auf Kölns Straßen viele uneinsichtige Autofahrer gegeben.

In Gütersloh konzentrieren sich die Beamten in dieser Silvesternacht nicht nur auf Hauptstraßen, sondern ebenso auf Schleichwege. Die Polizei Steinfurt wies daraufhin, dass Betrunkene lieber das Fahrrad stehen lassen sollten, weil auch das den Führerschein kosten kann. Für Autobesitzer, die Beifahrer von Alkoholsündern seien, gelte dasselbe.

In der vergangenen Silvesternacht kam bei Alkoholunfällen ein Mensch ums Leben, 28 wurden verletzt. Die Polizei stellte bei 147 Autofahrern mehr als 0,5 Promille fest. 121 von ihnen mussten ihren Führerschein abgeben.

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