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Polizei sucht in Teverener Heide nach Leiche

Von: Georg Schmitz
Letzte Aktualisierung:
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Der leergepumpte See: Am südöstlichen Ende eines Naturschutzgebietes in der Teverener Heide, wo früher eine Kiesgrube war, sucht die Polizei nach einer Leiche. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen. Ein Teil der Teverener Heide wird dieser Tage umgegraben. Ein See wird beseitigt, eine vor langem verfüllte Kiesgrube wieder geöffnet, Hunderte Menschen sind im Einsatz, denn es könnte sein, dass ein alter Mordfall doch noch geklärt wird.

Seit vielen Jahren wird kurz hinter der niederländischen Grenze ein Mann vermisst, den allerdings nie jemand vermisst gemeldet hat. Doch offenbar hat die niederländische Polizei konkrete Hinweise darauf, dass der Mann ermordet wurde. Jedenfalls sucht die deutsche Kriminalpolizei nach einem Rechtshilfeersuchen der Niederländer in der Teverener Heide nach der Leiche des Mannes, die in einer Mülltonne stecken soll.

Ein neuer Hinweis

Die Behörden geben zu Tat und Tatort, Täter und Opfer, zum genauen Zeitpunkt seines Verschwindens keine Auskünfte. Nach Informationen unserer Zeitung jedoch hat die Kriminalpolizei Hinweise darauf, wer der Täter sein könnte. Nach einem Hinweis ergaben sich im August für die Polizei neue Verdachtsmomente, denen sie nachging, und die sie konkretisieren konnte. Welche Hinweise wer gegeben hat? Kein Kommentar. Jedenfalls führte die Spur nach Deutschland, in die Teverener Heide.

Dass der Vermisste getötet wurde, davon geht die niederländische Polizei nach Informationen unserer Zeitung mittlerweile fest aus. Das Opfer soll in einer Mülltonne in einer Kiesgrube am Rande der Teverener Heide versenkt worden sein, wo es heute noch in etwa 20 Meter Tiefe liegen muss. Zum Zeitpunkt der Tat befand sich dort das Kies- und Tonabbaugebiet eines Geilenkirchener Unternehmens. Nach Ende der Abgrabungen wurde das Areal ab 1996 verfüllt. Vor dem Verfüllen der riesigen Abbaufläche muss also die Leiche in der Mülltonne dort abgelegt worden sein. Hat damals niemand die Mülltonne bemerkt?

Über einem Teil der Abgrabungsfläche entstand im Laufe der Jahre ein immer noch namenloser See. Das im Anschluss als Naturschutzgebiet ausgewiesene Areal wechselte ins Eigentum des Kreises Heinsberg. Doch mit der Ruhe um das Feuchtbiotop ist es seit Mitte August vorbei, denn das Naturschutzgebiet in 50 Meter Entfernung zum Mosamsee wird seitdem systematisch umgegraben und ist auf einer Fläche von rund zehn Hektar eigentlich gar nicht mehr vorhanden.

Der leergepumpte See

Um für die Grabungen die Erlaubnis zu erhalten, haben die niederländischen Behörden ein Rechtshilfeersuchen an die zuständige Staatsanwaltschaft in Aachen gestellt. „Das Rechtshilfeersuchen wurde im April 2013 über das Internationale Rechtshilfezentrum Limburg gestellt. Die deutsche Polizei ist jetzt in der Teverener Heide im Auftrag der niederländischen Staatsanwaltschaft tätig – unterstützt von niederländischen Kripo-Kollegen“, sagt Jost Schützeberg, Sprecher der Staatsanwaltschaft Aachen. Herr des Verfahrens sei aber die niederländische Staatsanwaltschaft.

Die aufwendige Suche begann Mitte August mit dem Leerpumpen des Sees. Rund 200 Helfer von Ortsgruppen des Technischen Hilfswerkes aus ganz Nordrhein-Westfalen waren tagelang beschäftigt. Drei Pumpen schafften die 600 Millionen Liter des Sees in den benachbarten, aber höher gelegenen Mosamsee. Über 4000 Sandsäcke wurden benötigt, um einen Teil des Teiches abzusichern. Nach dem Leerpumpen begannen drei Großbagger über der zunächst vermuteten Ablagestelle des Toten mit dem Ausbaggern. Das ehemalige Biotop sah nach wenigen Tagen wie eine Mondlandschaft aus, es entstand ein riesiger Krater von 70 Meter Durchmesser.

Doch die Angaben zur Lage der Mülltonne mit der Leiche darin waren nur ungefähr, die erste Grabung bis in 21 Meter Tiefe blieb erfolglos. Wenige Tage später nahmen die Bagger an einer anderen Stelle erneut die Arbeit auf. Dort entstand ein noch größerer Krater. In etwa 16 Metern Tiefe setzten zwei Beamte der niederländische Polizei erstmals Grundradar ein, das bis zu drei Meter tief in die Erde dringt und Auffälligkeit in der Beschaffenheit des Bodens aufzeigt. Ist der Bereich systematisch abgesucht, kommt der Bagger wieder zum Einsatz und dringt in tiefere Schichten vor.

Nachrichtensperre verhängt

Parallel zur Suche nach der Leiche laufen in den Niederlanden intensive Ermittlungen nach einem oder mehreren Verdächtigen. Die deutsche wie auch die niederländische Polizei haben eine Nachrichtensperre über den Fall verhängt und alle Beteiligten auf Verschwiegenheit eingeschworen – was bei Hunderten Beteiligten nur zum Teil geklappt hat.

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