Polizei setzt im Fall Mirco auf Kleinarbeit

Von: Michael Bosse
Letzte Aktualisierung:
Drohne findet Mirco nicht
Auch der Einsatz einer Drohne hat die Polizei bei ihrer Suche nach der Leiche des verschwundenen Mirco aus Grefrath nicht weitergebracht. Das „fliegende Auge” hatte am Niederrhein Freiflächen wie Felder überflogen. Der Einsatz sei inzwischen beendet, weitere nicht geplant, sagte Polizeisprecher Willy Theveßen. Foto: dpa

Grefrath/Mönchengladbach. Es war eine der größten Suchaktionen in Deutschland: Die Polizei ließ mit einer Drohne und Tornado-Kampfjets suchen, selbst die Eltern richteten sich in einem verzweifelten Appell im Fernsehen an den Täter - doch vergeblich.

Auch drei Monate nach dem Verschwinden des elfjährigen Mirco aus Grefrath gibt es keine konkreten Hinweise auf dessen Verbleib.

Die Soko „Mirco” sucht weiter nach dem Fahrer eines VW Passat, dem mutmaßlichen Fahrzeug des Täters. Dieses Auto ist nach Angaben des Sprechers der Mönchengladbacher Polizei, Willy Theveßen, die Spur, auf die sich die Ermittlungen derzeit konzentrieren. Wenn der Wagen ermittelt ist, dann - so hofft die Polizei - wird auch das Schicksal des Jungen geklärt werden.

3000 Passat Kombis untersucht

„Wir kontrollieren rund 3000 Fahrzeuge des verdächtigen Fahrzeugtyps, die in der Region unterwegs gewesen sein sollen”, betont Theveßen. Gesucht wird bundesweit, da einige Fahrer auch aus anderen Bundesländern kommen könnten. Laut dem Polizeisprecher ist bislang rund ein Drittel der Pkw überprüft. „Wir kommen gut mit der Suche voran”, sagt Theveßen. Auch die Auswertung des entdeckten Handys des Jungen dauere derzeit noch an. „Das sind sehr aufwendige Untersuchungen”, sagt der Sprecher. Die Polizei hofft vor allem auf DNA-Spuren eines möglichen Täters.

Derzeit setzt die Polizei damit eher auf Kleinarbeit, den entscheidenden Indizienhinweis oder eben die überraschende Zeugenaussage, die möglicherweise den Durchbruch bringt. Große Suchaktionen sind derzeit nicht geplant.

Nach wie vor viele Hinweise aus der Bevölkerung

In der Vorweihnachtszeit ist es für die Ermittler „noch unerträglicher als ohnehin schon, Mirco immer noch nicht gefunden zu haben und seine Familie weiter in der Ungewissheit zurück zu lassen”, sagt der Soko-Leiter. Deshalb würden die Ermittler in ihren Bemühungen „nicht nachlassen”. Laut Theveßen ist das Aufkommen von Hinweisen aus der Bevölkerung weiterhin hoch.

„Wir haben bislang fast 7000 Hinweise”, sagt er. Sollten sich neue Ermittlungsansätze ergeben, würden die Suchmaßnahmen sofort wieder intensiviert.
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