Polizei jagt Geldautomaten-Bomber vom Niederrhein

Von: Frank Christiansen und Riccarda Nagel, dpa
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Spurensicherung in der Bank: Zwei maskierte Täter haben einen Geldautomat in Stolberg-Atsch gesprengt. Foto: Jürgen Lange

Stolberg. Sie schlagen stets nachts zu und immer am linken Niederrhein. Erst still und leise, dann mit ohrenbetäubendem Getöse. Am Ende sind tausende Euro Beute verschwunden und der Sachschaden an Automaten und Gebäuden ist gewaltig.

Die Polizei jagt die Geldautomaten-Bomber vom Niederrhein. Polizisten aus mehreren Polizeibehörden haben sich am Montag in Düsseldorf im Landeskriminalamt getroffen, um über Maßnahmen gegen den besorgniserregenden Anstieg von Explosionen in Bankfilialen am Niederrhein zu beraten.

Die Unbekannten leiten stets ein Gasgemisch in die Geldautomaten und entzünden es. Damit sprengen sie die teuren Geräte in die Luft. Waren es im Jahr 2008 erst zwei Fälle dieser Art, zählten die Ermittler im vergangenen Jahr in Nordrhein-Westfalen bereits neun derartige Coups - und in diesem Jahr sind es bereits nach drei Monaten zehn Fälle, berichtet eine LKA-Sprecherin. Die Ermittler befürchten, dass früher oder später Unbeteiligte bei einer der Explosionen zu Schaden kommen könnten.

Die Panzerknacker schlugen zuletzt in Neuss, Krefeld, Geilenkirchen, Stolberg und Willich zu, der Takt wird dabei immer schneller. „Die müssen eigentlich schon einen Gehörschaden haben”, berichtet ein Polizeisprecher augenzwinkernd. Die Polizei überlegt nun, die Ermittlungen gegen die Bande an einer Stelle zentral zu bündeln.

Zur Höhe der Beute hüllen sich die Ermittler in Schweigen. Aber das Geld fällt den Bombenlegern unversehrt in die Hände, weil es in den Automaten in einer Kassette besonders geschützt ist. Die Explosion verursacht dabei zusätzlich einen Sachschaden im fünfstelligen Euro-Bereich.

Zeugen haben die Gangster beobachtet: Sie tragen schwarze Sturmhauben, weiße Skimützen oder Kapuzen tief ins Gesicht gezogen und führen längliche Gasflaschen mit sich. Sobald Polizei naht, flüchten die Diebe zur Not auch ohne Beute. Was Streifenwagen angeht, haben die Täter anscheinend einen siebten Sinn.

Der letzte Coup in Willich am vergangenen Donnerstag geschah sogar quasi unter den Augen der Beamten: Um der Panzerknacker endlich habhaft zu werden, hatte die Polizei zu nächtlichen Sondereinsätzen mobilisiert und die Automaten observiert. Dennoch entkamen die Gangster samt Beute in einer silbernen Limousine - trotz Großfahndung und Hubschrauber-Einsatz.
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