Polizei-Großeinsatz gegen mobile Einbrecherbanden

Von: red/dpa
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Kontrollen
Beteiligt an den Kontrollen in der Region sind auch Polizeibeamte aus den Niederlanden. Foto: Ralf Roeger

Aachen / Düren / Heinsberg. Mit rund 2000 Einsatzkräften und ganztägigen Kontrollen im Großraum Köln - Aachen hat die Polizei den Druck auf Intensivtäter erhöht: Um Einbrechern, Taschen- und Metalldieben auf die Spur zu kommen, postierten sich am Mittwoch Polizeieinheiten im städtischen Bereich, an Landstraßen und Autobahnen. Bis zum Abend überprüften sie rund 3800 Personen und gut 2800 Fahrzeuge.

Dabei habe es 30 Festnahmen gegeben, teilte das Polizeipräsidium Köln mit. Gegen 13 Personen habe ein Haftbefehl bestanden.

Während der Kontrollaktion sei ein Mann festgenommen worden, der im Raum Köln für Metalldiebstähle mit einem Schaden von mehreren 100.000 Euro verantwortlich sein soll. An der belgischen Grenze bei Aachen seien in einem Wagen Geräte zum Auslesen von Fahrzeugdaten und zum Überbrücken von Wegfahrsperren entdeckt worden.

„Wir haben viele Informationen zu den Strukturen der Banden erlangt, die uns bei der Bekämpfung der mobilen Intensivtäter einen deutlichen Schritt weiter gebracht haben”, bilanzierte Einsatzleiter Thomas Schulte die Kontrollen. Eine ausführliche Auswertung der gewonnenen Daten werde helfen, „die kriminellen Strukturen weiter aufzuhellen”.

Viele Kontrollen in Düren, Städteregion Aachen und Heinsberg

In Aachen waren den ganzen Tag über Polizeibeamte an den Grenzübergängen Horbach und Lichtenbusch sowie in jeder Kommune der Städteregion postiert. Dies sollte ein engmaschiges Fahndungsnetz gewährleisten. Bis zum Einsatzende am Mittwochabend kontrollierte die Aachener Polizei 390 Fahrzeuge und 720 Personen in der Städteregion. Zwei Autofahrer wurden aus dem Verkehr gezogen, weil sie unter Drogeneinfluss unterwegs waren.

Bereits im Vorfeld hatten Zivilfahndern um Mitternacht in der Aachener Innenstadt ein verdächtiges Auto kontrolliert. Der mit vier Personen besetzte Wagen war am Straßenrand abgestellt. Die Insassen zählten Bündel mit Geldscheinen, insgesamt 14.500 Euro. Die Ermittler stellten zudem ein gestohlenes Handy sowie mehrere Pässe sicher. Auch der Eigentümer des Autos konnte nicht ermittelt werden. Die Beamten transportierten die Vier ins Polizeipräsidium Aachen. Weitere Ermittlungen stehen noch aus, Geld und Ausweispapiere wurden sichergestellt.

Bei den Kontrollen im Kreis Düren wurden an den zehn Kontrollstellen 474 Personen in 388 Fahrzeugen überprüft. Zwei Männer wurden festgenommen. Ein Autofahrer war mit gestohlenen Kennzeichen unterwegs, gegen einen 52-Jährigen aus Nörvenich lag ein Haftbefehl wegen Betrugs und Diebstahls vor. Sechs Autofahrern konnte Drogenkonsum nachgewiesen werden.

Im Kreis Heinsberg wurden an mehreren Kontrollstellen in Heinsberg, Wassenberg, Wegberg und Übach-Palenberg insgesamt 131 Fahrzeuge und 182 Personen kontrolliert, bilanzierte die Polizei-Pressestelle am Abend.

Nach einer Pkw-Kontrolle in Karken wurden gleich alle drei Fahrzeuginsassen mit zur Polizeiwache nach Heinsberg genommen. „Ein 33-jähriger Mann aus Waldfeucht wurde mit einem Haftbefehl gesucht, ein zweiter Mann im Alter von 21 Jahren aus Köln war im Besitz von Betäubungsmittel, die sichergestellt wurden. Gegen ihn wurde Anzeige erstattet. Bei dem dritten Mann im Alter von 37 Jahren besteht der Verdacht, dass er sich illegal in Deutschland aufhält“, berichtete Polizeipressesprecher Jürgen Heitzer.

Daten werden gesammelt

Beteiligt an den Kontrollen im Regierungsbezirk Köln waren unter anderem Bundespolizei, Zoll und auch Polizeibeamte aus Rheinland-Pfalz, Belgien oder den Niederlanden. Ziel der Aktion sei vorrangig, Kenntnisse über die überregional tätigen Banden zu gewinnen und auszutauschen. „Die vernetzte und internationale Zusammenarbeit macht die Polizei schneller und effizienter”, betonte das Kölner Polizeipräsidium. Informationen über Personen, Taten, Diebesgut und Absatzmärkte würden auch über Ländergrenzen hinweg zügig abgeglichen.

„Wir geben auch ein klares Warnsignal an die Intensivtäter. Mit jeder Kontrolle erfahren wir mehr über sie”, sagte die Polizeisprecherin. Die Daten aus der ganztägigen Kontrolle - etwa zu Personen, Fahrzeugen oder auffälligen Gegenständen - könnten über ein modernes System gesammelt und rasch mit vorhandenen Daten verglichen werden. Rund 30 Kollegen werteten die im Kölner Polizeipräsidium zusammenlaufenden Daten am Aktionstag aus.

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