Hasselt/Aachen - Polizei fahndet nach Doppelmörder

Polizei fahndet nach Doppelmörder

Von: zva
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Hasselt/Aachen. Ein Doppelmord im belgischen Halen (in der Provinz Limburg) gibt seit dem letzten Wochenende viele Rätsel auf: Am Samstagmorgen waren die verkohlten Leichen einer 18-Jährigen aus Loksbergen und ihres vier Jahre älteren Freunds aus Kortenaken in einem brennenden Fahrzeug entdeckt worden.

Ein Fußgänger bemerkte den in Flammen stehenden Opel Corsa unweit der Autobahn E314 (Eindhoven-Löwen) und benachrichtigte die Feuerwehr. Die eingeleitete Autopsie ergab, dass beide Opfer mehrere Schusswunden aufwiesen, wie die Staatsanwaltschaft von Hasselt mitteilte.

Aufgrund der Umstände - eine Leiche lag auf der Rückbank des Autos, die andere im Kofferraum - geht man davon aus, dass es sich im vorliegenden Fall um einen Doppelmord handelt. Eine Kombination aus Mord und Selbstmord scheint ausgeschlossen. Flämische Medien haben unterdessen anhand von Zeugenaussagen den Hergang rekonstruiert.

Demnach hatte das junge Paar am Freitagabend das Café „Marvana” in Loksbergen besucht. Gegen 1.30 Uhr traten beide den Heimweg zum Hause der Eltern des Mädchens an, das nur wenige hundert Meter von dem Café entfernt liegt. Dort sollten sie jedoch niemals ankommen.

Der brennende Opel Corsa wurde schließlich rund zwei Kilometer von dem Elternhaus entfernt entdeckt. Polizei und Justiz tappten am Montag noch völlig im Dunkeln und konnten bisher keine konkreten Anhaltspunkte zu den Hintergründen der Tat machen. Die Möglichkeit, dass beide einen oder mehrere Einbrecher überrascht haben könnten, wurde von den Ermittlern als „wenig wahrscheinlich” eingestuft, auch wenn am Samstagmorgen ein Einbruch in der Nähe des Tatortes festgestellt worden war.

Das tote Mädchen hatte eine Ausbildung als Lehrerin an der Katholischen Hochschule Limburg in Diepenbeek gemacht. Sie war in der Region vor allem als Chiro-Leiterin bekannt, galt aber ansonsten als ruhige junge Frau. Ihr Freund sollte eigentlich am Montag einen neuen Job als Lagerverwalter bei einem Automobilhersteller antreten.

Die Ermittler gehen davon aus, dass das Pärchen irgendwo in der Ortschaft Loksbergen niedergeschossen wurde und die Täter dann die Leichen in das Auto verfrachtet und das Fahrzeug angezündet haben, um Spuren zu verwischen. Über die Autobahn E341 könnten sie schließlich mit einem anderen Fahrzeug geflüchtet sein.

Eine umfangreiche Spurensicherung wurde am Wochenende noch durch anhaltenden Schneefall verhindert, sollte aber ab Montag durchgeführt werden. Das Fahrzeugwrack wurde derweil in die Kaserne der Hasselter Feuerwehr gebracht, wo es gründlich untersucht werden sollte. Derweil reagierten die Angehörigen der beiden Opfer fassungslos, die Bestürzung war auch in der gesamten Region groß.

Im sozialen Netzwerk Facebook wurde eine Kondolenzseite eingerichtet, wo sich am Montagnachmittag schon über 4000 Mitglieder eingetragen hatten. Die Polizei und die Eltern der Opfer haben unterdessen einen Zeugenaufruf gestartet.
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