Düsseldorf - Polizei behält entlassene Schwerverbrecher im Blick

Polizei behält entlassene Schwerverbrecher im Blick

Von: dpa
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JVA Aachen
Ein Häftling der Justizvollzugsanstalt Aachen steht in seiner Zelle. Foto: dpa

Düsseldorf. Aus der Sicherungsverwahrung entlassene Schwerverbrecher bleiben fest im Visier der Polizei. Das versicherte der Chef des nordrhein-westfälischen Landeskriminalamts, Wolfgang Glatzke, am Donnerstag der Nachrichtenagentur dpa.

„Die Betroffenen erfahren, dass sie unter besonderer Beobachtung stehen. Außerdem werden gefährdete Personen gewarnt”, erläuterte Glatzke.

Allein in Nordrhein-Westfalen werden rund 70 Straftäter bald aus der Sicherungsverwahrung entlassen. Anlass ist ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte.

Die Polizei werde von der Justiz rechtzeitig informiert und lege dann in jedem Einzelfall fest, wie zu reagieren ist: „In welche Lebenssituation wird jemand entlassen? Wie war sein Verhalten in der Haft? Hat er an Therapien teilgenommen?” Für die Rückfallgefahr seien besonders die ersten sechs Monate nach der Entlassung kritisch, aber mit dem „Frühwarnsystem” gebe es mehr Sicherheit, betonte der LKA- Chef.

Falls erforderlich, würden die Betroffenen überhaupt nicht mehr aus den Augen gelassen. „Wenn sich etwa ein Sexualstraftäter, der die Kinder alleinerziehender Mütter missbraucht hat, wieder an eine solche Frau heranmacht, werden wir sie warnen und das Jugendamt einschalten. Als letztes Mittel bleibt natürlich die Observation.”

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