Polizei: 23-Jährige räumt Scherzanruf bei „Domian” ein

Von: dpa
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Der Moderator Jürgen Domian posiert in Köln in einem Studio des WDR-Radiosenders 1Live. Ein nächtlicher Alarmanruf während der Live-Sendung könnte nun ein Fall für die Justiz werden. Foto: Kaiser/dpa

Köln/Recklinghausen. Im Fall eines Alarmanrufs in der WDR-Sendung „Domian” deutet alles daraufhin, dass eine 23-Jährige die Prügelszene nur vorgetäuscht hat. Die Frau aus Castrop-Rauxel habe ihren Eltern gegenüber zugegeben, dass es sich um einen Scherzanruf gehandelt habe, sagte ein Polizeisprecher am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur.

 In einem anschließenden Telefonat habe die 23-Jährige den Scherzanruf den Ermittlern gegenüber erneut eingeräumt. Die Frau habe ihre Aktion als „sehr unbedacht” bezeichnet, sagte ein Polizeisprecher. Eine detaillierte Vernehmung stehe noch aus.

Die junge Frau hatte in der Nacht zum Dienstag in der Live-Sendung des Nachttalkers Jürgen Domian (58) angerufen und geschildert, ihr Partner sei ihr gegenüber schon gewalttätig geworden. Dann erweckte sie den Eindruck, auch in diesem Moment schlage er auf sie ein - und legte auf. Die Redaktion alarmierte daraufhin die Polizei.

Der WDR entschuldigte sich unterdessen bei der „Bild”-Zeitung. Diese hatte die 23-Jährige mit den Worten zitiert, dass der Anruf ein Spaß sein sollte. Daraufhin hatte Domian in seiner Sendung in der Nacht zum Mittwoch gesagt, dies sei „frei erfunden”. Die „Bild”-Zeitung leitete nach eigenen Angaben rechtliche Schritte gegen den Moderator und den WDR ein.

Am Donnerstag teilte der WDR mit, Domian habe sich zu früh auf eine Polizeiquelle verlassen, die - im Nachhinein betrachtet - eine missverständliche Auskunft gegeben habe. „Hinzu kommt, dass die Redaktion wie auch vor allem die geschulten Psychologen den Eindruck hatten, dass die Situation ernst war und kein Fake.”

Die Polizei geht davon aus, dass die Frau zum Zeitpunkt des Anrufs mit zwei Männern in einer anderen Wohnung war und mit ihnen auf die Idee für den Anruf kam. „Es gibt keine realen Vorkommnisse, die auf eine Straftat hindeuten könnten”, sagte der Sprecher. Die Polizei habe nicht einmal Hinweise darauf, dass die Frau einen Freund habe. Die 23-Jährige lebe in einer Wohnung in einem Mehrfamilienhaus, in dem auch ihre Eltern eine Wohnung haben.

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