Aachen/Euskirchen - Pläne für ein Filmstudio auf Vogelsang

Pläne für ein Filmstudio auf Vogelsang

Von: Marlon Gego
Letzte Aktualisierung:
Hollywood auf Vogelsang? Viell
Hollywood auf Vogelsang? Vielleicht. Einige der Verantwortlichen halten es offenbar für eine gute Idee, ein Hotel mit Filmstudio auf der ehemaligen NS-Ordensburg bauen zu lassen. Eine Entscheidung für den Plan steht allerdings noch Foto: dpa

Aachen/Euskirchen. Nachdem die Förderbescheide des Landes den Standort Vogelsang vorerst gesichert haben, gibt es offenbar neue Pläne zur Vermarktung des umliegenden Geländes.

Nach Informationen unserer Zeitung planen die Standortentwicklungsgesellschaft (SEV) des Vogelsang-Geländes und der Aufsichtsrat des Betreibers Vogelsang ip, einen Projektentwickler für ein Hotel mit angeschlossenem Filmstudio zu suchen.

Nach den bereits wieder verworfenen Ideen, mit einem Golfplatz, einem Motodrom oder einem Krimi-Hotel auf dem 100 Hektar großen Gelände Geld verdienen zu wollen, ist die Filmstudio-Idee der nächste zumindest ungewöhnliche Plan, das Gelände der ehemaligen NS-Ordensburg Vogelsang gewinnbringend zu vermarkten.

„Keineswegs konkret”

Der Dürener Bundestagsabgeordnete Oliver Krischer (Grüne) empfindet die Planung „als neuerliche Provokation”. Im Gespräch mit unserer Zeitung bezeichnete Krischer die Planungen jetzt als „verantwortungslos”. Es sei „unglaublich, wenn der Weg der Konzentration auf die Kernnutzung” des Mahnmals Vogelsang quasi am Tag der Förderbescheidsbewilligungen „durch fragwürdige Großprojektpläne wieder infrage gestellt wird”.

Nach mehr als fünf Jahren sei es an der Zeit, die Vermarktungsversuche des Vogelsang-Geländes einzustellen; die bislang erfolglose Vermarktung kostet den Steuerzahler jährlich 450.000 Euro, so hoch ist das Budget der SEV. Man müsse, sagte Krischer weiter, „erkennen, dass es keine kommerzielle Nutzung gibt, die sowohl zu einem Mahnmal gegen die NS-Zeit als auch zum Nationalpark Eifel passt”, in dem Vogelsang gelegen ist. Krischer hält das Projekt für „eine Schnapsidee”.

Die ungewöhnlichen Planungen von Aufsichtsrat und SEV waren nach Recherchen unserer Zeitung einer der Gründe, aus denen sich die Bewilligung der dann Ende 2011 doch ausgestellten Förderbescheide immer wieder verzögerte. Allein die Diskussion über ein Filmstudio auf Vogelsang sorgte bereits vergangenes Jahr bei der Landesregierung für Irritationen.

Manfred Poth, Aufsichtsratsvorsitzender der Vogelsang ip, erklärte am Freitag auf Anfrage, dass das Projekt Hotel mit angeschlossenem Filmstudio „keineswegs konkret” wäre. Im Moment seien Aufsichtsrat und SEV dabei, Wirtschaftlichkeit und Tragfähigkeit verschiedener Hotelkonzepte auf Vogelsang zu prüfen.

Allerdings sollen nach Informationen unserer Zeitung bereits sechs Projektentwickler Interesse an den Planungen für Hotel und Filmstudio bekundet und drei Standorte für das Projekt ausgewählt haben, die sich alle außerhalb der historischen Gebäude befinden. SEV-Geschäftsführer Thomas Fischer-Reinbach stand für eine Stellungnahme nicht zur Vefügung.
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