Pferdequäler B. hält noch immer Tiere

Von: Wolfgang Schumacher
Letzte Aktualisierung:
Pferde-Fritz-B.
Die Halle des Pferzüchters und -halters aus Krauthausen steht nicht mehr. Die Stadt Aachen hatte Nägel mit Köpfen gemacht und den Schwarzbau aus Schrott und Müll binnen zweier Tage dem Erdboden gleich gemacht. Dennoch, auch nach einem Urteil, dass der Mann und seine Tochter keine Wirbeltiere mehr halten dürfen, werden auf dem Anwesen in Krauthausen wieder Pferde gehalten, hieß es am Montag. Foto: zva

Aachen. Landwirt Fritz B. aus dem Aachener Ortsteil Krauthausen ist 73 Jahre alt und gerade erst an einer Haftstrafe vorbeigeschrammt. Zu neun Monaten auf Bewährung und einem fünfjährigen Tierhaltungsverbot war er vom Aachener Schöffengericht im Oktober 2009 verurteilt worden, weil er Pferde gequält hatte.

B. war schließlich einschlägig vorbelastet. Tochter Elke B. (40) bekam in gleicher Sache eine Geldstrafe und ebenfalls ein dreijähriges Verbot, Wirbeltiere zu halten. Seit Montag stehen die beiden wieder vor Gericht, beide Seiten - auch die Staatsanwaltschaft - hatten Berufung eingelegt.

Der Vorsitzende der 1. kleinen Strafkammer am Aachener Landgericht, Holger Brantin, erklärte zunächst grundsätzlich, dass es in einer Berufung nicht darum gehe, nach Gutdünken hier oder dort das erstinstanzliche Urteil abzumildern oder auch zu verschärfen.

„Es geht vielmehr darum, ob das Urteil im Grunde richtig ist.” Und das sei hier zweifelsohne der Fall, machte Brantin den Angeklagten klar.

Dennoch begann die Kammer nochmals, die Grundhaltung von Fritz und Elke B. zu erörtern. Vor allem auch, weil die Verteidiger Manfred Dickau und Walter Strüder eine Rücknahme der Berufung in Aussicht stellten.

Unter der Bedingung, „dass meine Mandantin”, so Dickau, „ihre drei Pferde, die sie momentan hält, behalten darf”. Da wunderten sich die Zuhörer im Saal: B. hat drei Pferde bei einem generellen Tierhaltungsverbot? Ob das Verbot erst mit der Rechtskraft des Urteils, die noch nicht gegeben ist, wirkt, blieb am Montag offen und wird nun geprüft.

Vater und Tochter hatten ab 2006 Pferde in einer Art und Weise gehalten, die das Leben der Vierbeiner zu einem Martyrium machte. Tierschützer machten mobil gegen die Praktiken von B., Ämter schalteten sich ein, Zivil- und Strafprozess folgten. Am Montag nun die Berufung.

„Wir haben uns in den letzten zwei Jahren nichts mehr zuschulden kommen lassen”, sagte Elke B. auf die Frage von Richter Brantin, ob man denn inzwischen das begangene Unrecht einsehe. So war damals ein lahmes Pferd nicht behandelt worden, andere Tiere standen völlig durchnässt im Winter auf einer Weide und Fritz B. tötete einen halb verhungerten Fuchswallach mit einem Hammer - vor den Augen der Nachbarn.

„Für eine andere Entscheidung brauchen wir neue Aspekte”, erklärte Brantin die Rechtslage. Er schlug vor, erneut einen Veterinär zum Hof zu schicken. Der wird berichten, wie es auf dem Hof in Krauthausen heute aussieht.
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