Pfarrer war in einschlägigen Internetforen unterwegs

Von: Karl Stüber
Letzte Aktualisierung:

Herzogenrath. Ein suspendierter Pfarrer aus Herzogenrath hat unter dem Anfangsverdacht des sexuellen Missbrauchs von Jugendlichen gestanden.

Dieser habe sich aber nicht erhärtet, erklärte Aachens Oberstaatsanwalt Robert Deller auf Anfrage unserer Zeitung.

Über die Suspendierung durch Bischof Heinrich Mussinghoff war die Gemeinschaft der Gläubigen vor Ort in Messen am Wochenende informiert worden. Das Bistum Aachen ging daraufhin mit einer Erklärung, in der auch der Name des Pfarrers genannt wurde, am Sonntag an die Öffentlichkeit. Darin war von „standeswidrigem Verhalten” des Pfarrers die Rede, das „im Widerspruch zur priesterlichen Lebensführung” stünde.

Laut Oberstaatsanwalt Deller habe das Bistum Aachen vor etwa drei Wochen der Staatsanwaltschaft Aachen zur Kenntnis gebracht, dass seitens eines Dritten entsprechende Hinweise vorlägen. Allerdings habe die intensive Prüfung der vom Bistum zur Verfügung gestellten Hinweise den Tatverdacht auf sexuellen Missbrauch von Jugendlichen nicht erfüllt, wie Deller betonte. „Wenn da Minderjährige oder Jugendliche eingebunden gewesen wären, wäre unsere Bewertung anders ausgefallen.”

Internetseiten erotischer Ausrichtung mit erwachsenen Akteuren zu besuchen, ist strafrechtlich nicht von Belang.

Laut Deller wurde das Ermittlungsverfahren eingestellt, weil keine strafrechtlich relevanten Ansätze zu finden gewesen seien. Alles Weitere sei nun Sache des Bistums. Wie Franz Kretschmann, Pressesprecher des Bistums Aachen, auf Anfrage bestätigte, habe der Pfarrer „einschlägige Internet-Chats und Internet-Foren” aufgesucht. Dies sei als gezielte Information von dritter Seite an das Bistum herangetragen worden.

Die Inhalte der vom Seelsorger angesteuerten Internetseiten wollte Kretschmann nicht konkreter beschreiben. Das Bistum habe unterdessen „kirchenrechtliche Maßnahmen” ergriffen, erläuterte der Bistumssprecher. Zum einen betreffe die Suspendierung die Ausübung des Amtes als Pfarrer, also die Seelsorge wie etwa das Lesen von Messen und das Spenden von Sakramenten. Zum anderen sei er vom Pfarramt entpflichtet worden, also von seinem Einsatzbereich in Kohlscheid. Wie der Bischof nun mit dem Geistlichen weiter verfahre, sei noch vollkommen offen.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert