Hückelhoven/Aachen - Pfarrer in Hückelhoven unter Betrugsverdacht

Pfarrer in Hückelhoven unter Betrugsverdacht

Von: Rainer Herwartz und Claudia Schweda
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Kollekte Kirche symbol dpa
Eine Kollekte in der Kirche. Symbolfoto: dpa

Hückelhoven/Aachen. Im Zusammenhang mit der Amtsführung des Pfarrers der Gemeinschaft der Gemeinden (GdG) Hückelhoven soll es zu finanziellen Unregelmäßigkeiten gekommen sein. Das sagte Stefan Wieland, Sprecher des Bistums, gegenüber unserer Zeitung. Demnach handelt es sich um „einen relevanten Betrag“.

Eine Summe könne erst nach dem Abschluss der Arbeit der Revisoren, die derzeit mit Hochdruck betrieben werde, genannt werden.

In der Hückelhovener Gemeinde kursiert als Gerücht eine niedrige sechsstellige Summe als Betrag. Die Staatsanwaltschaft hat das Bistum laut Wieland noch nicht eingeschaltet. Allerdings werde gerade geprüft, ob die externen Ermittler nicht doch schon vor dem Abschluss der eigenen Untersuchungen informiert werden sollten. „Wir haben ein großes Interesse an höchstmöglicher Transparenz in dieser Sache“, sagte Wieland. Der Pfarrer war bislang trotz mehrfacher Versuche für unsere Redaktion nicht zu erreichen.

Das Bistum Aachen hatte Ende Januar erste Hinweise aus der GdG erhalten, dass dort finanziell etwas nicht mit rechten Dingen zugehe. Sofort habe man Revisoren nach Hückelhoven geschickt, sagte Wieland. Am Sonntag dann wurden in einer Stellungnahme die Gemeinde und die Öffentlichkeit schriftlich darüber informiert, dass sich Hinweise auf finanzielle Unregelmäßigkeiten während der Amtsführung des Pfarrers ergeben hätten.

Vorige Woche Mittwoch war bereits überraschend vom Generalvikariat die kurzfristige Entpflichtung des Pfarrers von seinem Amt mitgeteilt worden. Der Pfarrer habe den Aachener Bischof Helmut Dieser vor etwa zwei Wochen„aus persönlichen Gründen um Entpflichtung von seinen Ämtern gebeten“, hieß es. Auch von einer „Zeit zur persönlichen Besinnung und Orientierung“, die der Geistliche sich nun nehmen wolle, war zu diesem Zeitpunkt die Rede.

Schnell waren Spekulationen über die Gründe ins Kraut geschossen. Von einer möglichen Überlastung des Pfarrers war die Rede. Er hatte erst vor zwei Jahren, im März 2016, die Leitung der GdG Hückelhoven mit neun Pfarreien übernommen.

Bei der Veröffentlichung der Entpflichtung sei der Kenntnisstand noch ein anderer gewesen, sagte Wieland gestern. Die wahre Dimension der Vorgänge sei erst mit dem Zwischenbericht der Revisoren, der kurz danach vorgelegt worden sei, klar geworden. Der Abschluss der internen Prüfungen soll jedenfalls nicht lange auf sich warten lassen. „Wir haben ein großes Interesse daran, dass das sehr schnell geht“, sagte Wieland.

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