Peta kritisiert Tierversuche an der RWTH Aachen

Von: Thorsten Karbach
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Eine Labormaus wird für einen Versuch vorbereitet. Foto: dpa

Aachen. Die Tierschutzorganisation Peta übt massive Kritik an der RWTH Aachen, weil dort weiterhin auf Tierversuche gesetzt werde und auch getötete Tiere von Pharmaunternehmen bezogen würden. In einem Peta-Schreiben heißt es, die RWTH nehme nicht nur stillschweigend Tierversuche in Kauf, sie unterstütze zudem direkt Experimente der Pharmaindustrie.

 „Anders als zahlreiche weitere Hochschulen in ganz Deutschland hält die RWTH Aachen weiter daran fest, im Rahmen der Lehre Tiere einzusetzen und nimmt damit das daraus resultierende Tierleid billigend in Kauf“, erklärt Stephanie Kowalski von Peta Deutschland.

Tatsächlich gibt es Tierversuche im Fachbereich Medizin, dort auch ein Institut für Versuchstierkunde – daraus machen die Verantwortlichen kein Geheimnis und verweisen auf den gesetzlichen Rahmen, innerhalb dessen agiert werde: An der RWTH Aachen einschließlich der Uniklinik würden alle gesetzlich vorgeschriebenen Richtlinien zu Haltung und Umgang mit Tieren sowie deren Pflege und Sicherstellung des Wohlbefindens eingehalten, heißt es auf Anfrage.

„Beim Umgang mit Tieren sind wir uns unserer Verantwortung bewusst und nehmen das Tierschutzgesetz sehr ernst“, erklärt Uniklinik-Sprecher Mathias Brandstädter. Jeder Tierversuch werde begründet, exakt beschrieben und mit dem Tierschutzbeauftragten diskutiert. Das gelte auch für die Arbeit mit bereits zuvor getöteten Tieren, obwohl diese rein formal keine Tierversuche im Sinne des Tierschutzgesetzes darstellten, sagt der Sprecher.

„Aufgrund der moralischen Schwierigkeit des Themas und des komplexen Genehmigungsverfahrens liegt die Reduktion von Tierversuchen in unserem Interesse“, erklärt Brandstädter. Die letzte Statistik wurde 2012 veröffentlicht: Damals wurden an der Medizinischen Fakultät 23894 Tiere in Versuchen und Forschung eingesetzt – 19408 davon waren Mäuse, 2749 Ratten, 1099 Fische, 246 Schweine, 184 Meerschweinchen, 78 Kaninchen und 130 andere Tiere.

Grundsätzlich hält die Fakultät an Tierversuchen fest. „Als integraler Bestandteil der medizinischen und wissenschaftlichen Lehre und Forschung, ohne die es kein Grundlagenwissen über Behandlungsmethoden oder die Wirkung von Medikamenten gäbe, sind sie notwendig“, sagt Brandstädter. Peta appelliert an die RWTH, sie solle in Zukunft eine Lehre ohne Verwendung von Tieren anbieten.

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